Nach dem Schulmassaker am Dienstag hatte Premierminister Nawaz Sharif eine 2008 angeordnete Aussetzung der Todesstrafe für Terroristen beendet. Am Freitag waren die ersten beiden Todesurteile vollstreckt worden. Bei dem Angriff auf die Schule waren mehr als 150 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder oder Jugendliche.

Die pakistanischen Taliban (TTP) drohten Regierung und Armee mit dem Sturm von Gefängnissen, sollten die Hinrichtungen andauern. "Ihr habt unsere Kinder getötet und wir haben Eure getötet", hieß es in einer TTP-Mitteilung am Samstag. "Wir wissen immer noch, wie man Rache nimmt."

Die Regierungen in vier Provinzen forderten daraufhin den Schutz der Armee für Gefängnisse an, in denen Taliban-Kämpfer inhaftiert sind. An mehreren Haftanstalten wurden Soldaten stationiert. Laut Khanzada ist davon auch das Gefängnis in der Stadt Faisalabad betroffen, wo es zu den insgesamt sechs Hinrichtungen kam. 2012 und 2013 hatten Extremisten in spektakulären Aktionen mehr als 600 Häftlinge befreit. Nach Angaben des Innenministeriums in Islamabad sitzen in pakistanischen Gefängnissen rund 8000 zum Tode verurteilte Häftlinge. Knapp 30 Prozent davon sind als Terroristen verurteilt worden.

Bei einem US-Drohnenangriff wurden am Samstag im Stammesgebiet Nord-Waziristan nach Angaben aus pakistanischen Geheimdienstkreisen mindestens sechs Extremisten getötet. Pakistanische Kampfjets und Sicherheitskräfte töteten am Samstag weitere 28 Extremisten in und um Peshawar. Unter den Toten sind zwei Kämpfer, die den Terrorangriff auf eine von der Armee betriebene Schule in der Stadt unterstützt haben sollen. Seit dem Schulmassaker haben die Sicherheitskräfte ihre Offensive gegen die sunnitischen Islamisten verstärkt.