"Die drei Pilotstrategien familienfreundliche Hochschule, die Heimatschachtel und eine Kontaktbörse für bereits Abgewanderte sollen in Magdeburg jetzt gestartet, getestet und dann auch auf andere von starkem Bevölkerungsrückgang geprägte Städte übertragen werden", sagte Professorin Christiane Dienel (Hochschule Magdeburg-Stendal), am Samstag. Dienel hat die Projekte im Auftrag der Bundesregierung entwickelt.
Die Abwanderungs-Expertin, die am bundesweit einmaligen Studiengang Kindheitswissenschaften in Stendal lehrt, hält praktische "Projekte zum Anfassen" für das beste Mittel gegen die Abwanderungstendenz, die überwiegend bei jungen Frauen in den ostdeutschen Bundesländern festzustellen ist. "Kinderbetreuung und Beratungsangebote für junge Mütter an den Hochschulen sind deshalb das A und O." Aber auch die Vernetzung unter den Abgewanderten sei erfahrungsgemäß ein Erfolgsrezept.
Dieses Ziel verfolge das zweite Modellprojekt, eine Kontaktbörse für abgewanderte Magdeburger. Mithilfe einer Internetseite sollen sich die "Abtrünnigen" kennen lernen und zum "Chat im Web" angeregt werden.
I-Tüpfelchen der Aktionen gegen die Abwanderung seien die Heimatschachteln, von denen die ersten 300 in den nächsten Tagen an bereits abgewanderte junge Magdeburger verschickt werden. Die Pakete enthalten kleine Geschenke, die die Magdeburg-Identität stärken sollen: Gutscheine für Bars, Eintrittskarten für Sportereignisse, regionale Produkte oder ein Zeitungsabonnement.
Das Projekt im Internet:
www.hs-magdeburg.de www.kontakt-ostdeutschland.de