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| 01:09 Uhr

Osthoffs Pläne sorgen für Unverständnis

Berlin.. Eine mögliche Rückkehr der ehemaligen Geisel Susanne Osthoff in den Irak stößt bei deutschen Politikern auf Kritik und Unverständnis.

Der CDU-Außenpolitiker Ruprecht Polenz sagte gestern im NDR, er fände einen solchen Schritt "schwer verständlich". Das Entführungsrisiko sei gleichbleibend hoch. Der SPD-Außenexperte Niels Annen nannte etwaige Rückkehrpläne der 43-Jährigen "unvorstellbar". "Frau Osthoff sollte die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ernst nehmen", mahnte Annen in der "Bild"-Zeitung.
Polenz sagte mit Blick auf eine erneute Rettungsaktion im Falle einer weiteren Entführung: "Die Regierung bleibt sicherlich immer zur Hilfe für Deutsche verpflichtet und sie würde auch in jedem Fall das ihr Mögliche tun." Anschließend würde aber sicher über die Frage zu reden sein, "wie man sich dann beispielsweise an den Kosten möglicher Rettungsaktionen zu beteiligen hätte", fügte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses hinzu.
Zuvor hatte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärt, er hätte wenig Ver ständnis dafür, wenn sich die Archäologin erneut in eine Gefahrensituation begeben würde. Die aus Bayern stammende Osthoff war kurz vor Weihnachten nach mehr als dreiwöchiger Geiselhaft im Irak freigekommen. Ob dafür ein Lösegeld gezahlt wurde, ist nicht bekannt.
Osthoff hatte sich am Montag erstmals nach ihrer Freilassung öffentlich geäußert. In einem Interview mit dem arabischen Sender El Dschasira kündigte sie aber nicht explizit an, dass sie in den Irak zurückkehren wolle. Mehrere deutsche Medien hatten berichtet, Osthoff habe in dem Interview mit El Dschasira gesagt, dass sie in den Irak zurückkehren und dort ihre Arbeit als Archäologin fortsetzen wolle. In dem Interview, in dem Osthoff auf Englisch die auf Arabisch gestellten Fragen beantwortete, sagte sie laut ARD-Übersetzung dagegen lediglich: "Die Reise dorthin sollte meine letzte Reise gewesen sein, weil ich wusste, dass die Gewalt dort eskaliert. Aber die Menschen dort bekommen keine Hilfe, die Hilfsgelder kommen nicht an, ihr Leben ist furchtbar. Sie brauchen jemanden, der das hinausschreit."
Osthoffs Mutter Ingrid Hala zeigte unterdessen Verständnis für eine mögliche Rückkehr ihrer Tochter in den Irak: "Sie hat immer gesagt, das sei ihr Land, ihr Leben, ihre Welt." Ihre Tochter habe sich dort ein eigenes Leben aufgebaut, auch eine Arbeitsstelle. Kontakt zur Tochter hatte Hala seit deren Freilassung nicht. (AFP/roe)