Gründonnerstag: Am Gründonnerstag erinnern sich die Christen an das letzte Mahl von Jesus mit seinen Jüngern. In Erinnerung daran feiern die Kirchen in ihren Gottesdiensten bis heute das Abendmahl, die Eucharistie. Und das von Leonardo da Vinci unübertreffbar in Szene gesetzte "letzte Abendmahl" ist zu einem der bekanntesten Sujets der europäischen Kunstgeschichte geworden.

Karfreitag: Der Bibel zufolge wurde Jesus Christus am Karfreitag gekreuzigt. Im Christentum ist dieser Tag deswegen ein Tag der Trauer, an dem gefastet wird und Tanzveranstaltungen und Volksfeste verboten sind. Am Nachmittag finden in vielen Kirchen Gottesdienste und Andachten zur Sterbestunde statt, in denen die Texte der Evangelien zum Kreuzestod Jesu gelesen werden. Theologisch enthält der Karfreitag eine der zentralen Aussagen des christlichen Glaubens: Durch seinen Tod am Kreuz nahm Jesus Christus die Schuld der Menschen auf sich. Sie ist ihnen deshalb vergeben.

Karsamstag: Der Samstag zwischen Karfreitag und Ostern ist für die Christen nicht der "Ostersamstag", sondern der Karsamstag - wie der Karfreitag trägt er die althochdeutsche Vorsilbe "Kara", die für Kummer und Trauer steht. An diesem Tag wurde Jesus der Überlieferung zufolge vom Kreuz genommen und bestattet. Es ist ebenfalls ein stiller Tag.

Die Osternacht: Die Nacht von Karsamstag zu Ostern wird in vielen Kirchen feierlich begangen: Sie gilt von altersher als Zeit des Übergangs vom Tod zum Leben. Was in einer völlig dunklen Kirche als Gebetswache beginnt, endet mit dem feierlichen Anzünden der Osterkerze am Ostersonntag, dem christlichen Symbol für neues Leben. Vielerorts finden in der Nacht auch Taufen statt.

Das Osterfest: Das Osterfest erinnert an die Auferstehung Christi. Den Überlieferungen der Bibel zufolge kamen am Morgen des dritten Tages einige Frauen zum Grab Jesu, um den Leichnam einzubalsamieren. Sie fanden ein leeres Grab. Anschließend begegnete der Auferstandene vielfach den Jüngern. In den Kirchen jedenfalls wird das Osterfest oft mit Frühgottesdiensten begangen, die vielfach auch auf Friedhöfen stattfinden: Denn die Botschaft von der Auferstehung der Toten und einem Leben in einer anderen Welt kann mit Fug und Recht als zentrale Botschaft des Christentums betrachtet werden. Und überall auf der Welt grüßen sich die Christen am Ostermorgen deswegen mit den Worten: "Der Herr ist auferstanden - Er ist wahrhaftig auferstanden."

Der Glaube: Ob die Ereignisse des Osterfests tatsächlich so stattgefunden haben, wie es die Bibel berichtet, ist eine Glaubensfrage. Kritiker wie der Göttinger Theologieprofessor Gerd Lüdemann melden sich Jahr für Jahr zu Wort und verweisen darauf, dass viele Texte der Evangelien erst spät geschrieben wurden und vermutlich nicht echt sind. Atheisten aus dem Umfeld der "Giordano-Bruno-Stiftung" feiern am Wochenende sogar ein "Hasenfest" und rufen aus diesem Anlass gezielt zum Kirchenaustritt auf. Theologen wie der frühere Cottbuser Generalsuperintendent und heutige Bielefelder Professor Rolf Wischnath verweisen dagegen darauf, dass sich schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus Tausende Menschen lieber hinrichten ließen, als ihrem Glauben abzuschwören. Mit einem Leichnam im Grab wäre das aus ihrer Sicht wohl eher nicht passiert.