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Ostermärsche gegen Krieg und Rüstungsexporte

Willy van Ooyen
Willy van Ooyen FOTO: dpa
Kassel/Berlin. Mit mehr als 80 Ostermärschen und Kundgebungen will die Friedensbewegung diesmal gegen Krieg, Rüstungsexporte und Atomwaffen protestieren. "Einen großen Raum wird der militärische Konflikt in der Ukraine einnehmen", kündigte der Bundesausschuss Friedensratschlag in Kassel und Berlin an. dpa/uf

"Hier droht ein neuer ,Kalter Krieg'". Die Friedensbewegung werde die USA wegen Waffenlieferungen und die Bundesregierung wegen einer "doppelzüngigen Politik" mit der Vereinbarung in Minsk und Sanktionen gegen Russland kritisieren.

Die Aktivisten sind zudem weder mit dem Vorgehen der ukrainischen Regierung noch dem Russlands einverstanden. Der Hamburger Friedensforscher Michael Brzoska hält die Bewegung für gespalten: "Es geht vor allen Dingen um die Frage, wie Russland-freundlich kann man sein." Ein Thema soll auch der Widerstand gegen das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA sein. Hessens Linke-Fraktionschef Willy van Ooyen, langjähriger Organisator der Ostermärsche, warnte mit Blick auf TTIP vor einer "Wirtschafts-Nato". Die Veranstalter gehen von einer stabilen Teilnehmerzahl aus. 2014 waren bundesweit einige Tausend Ostermarschierer gezählt worden. Am Karfreitag ist vor dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel ein Gottesdienst von Atomwaffengegnern geplant. Am Ostersamstag starten Märsche in Düsseldorf und Duisburg. In Berlin, Bremen und Stuttgart sind am Samstag Abschlussdemos vorgesehen, in Büchel, Frankfurt, Dortmund, Hamburg, Kassel und Nürnberg am Ostermontag.