"Mit kreativer Arbeit sollen die Gefängnisinsassen wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden", sagte Justizstaatssekretär Günter Reitz zur Eröffnung. Der Erlös des Basars geht in diesem Jahr an die Bewährungshilfe in Cottbus, die die Familien von Inhaftierten unterstützt. Im vergangen Jahr konnte ein Gewinn von rund 1000 Euro erwirtschaftet werden.
Viele Besucher hatten nach ihrem Einkaufsbummel nur ein Blumenkörbchen in der Hand, andere zwei prall gefüllte Plastiktüten. Die angebotenen Türschilder, Windräder oder Holzfiguren lockten zahlreiche Beamten aus ihren Büros und sorgte bei einem brummenden Verkauf für gute Stimmung bei den Anstaltsleitern. Dabei gab es klare Favoriten. Während der Stand der Gefängnis-Gärtnereien wie leergefegt wirkte, quollen andere Tische mit ihren Angeboten auch nach dem großen Ansturm noch über und sorgten bei den Verkäufern der verschmähten Kunstwerke für eine gequälte Miene.
Neben den kindsgroßen Holz-Osterhasen, schien auch das Meer aus Porzellanfiguren der JVA Neuruppin nicht kleiner zu werden: der heulende Wolf, das schlafende Koala-Baby auf einem Ast oder das frisch geschlüpfte Küken samt Schale konnten trotz eines moderaten Verkaufspreises von jeweils acht Euro nicht den Besitzer wechseln. Doch für Anstaltsleiter Oliver Allolio ist der Weg das Ziel: "Es geht einfach darum, dass die Insassen sich beim Werken konzentrieren und gedulden lernen", sagte er. Für viele sei dies der erste Job ihre Lebens und somit ein "großes Erfolgserlebnis".
Zehn Plätze gibt es etwa in der Arbeitstherapeutischen Gruppe der JVA Neuruppin, die von montags bis donnerstags jeweils fünfeinhalb Stunden Beschäftigung an der Werkbank anbietet. Die Warteschlange ist lang. (dpa/mb)