. Für die Studie wurden rund 2200 Menschen ab 18 Jahren in den neuen Bundesländern und in Nordrhein-Westfalen interviewt.

49 Prozent der befragten Ostdeutschen sehen die Einheit heute als Gewinn, in NRW sind es 38 Prozent. Verluste mit der Wiedervereinigung verbindet nur rund ein Fünftel der Ostdeutschen, aber ein gutes Drittel der Westdeutschen. Nach Angaben der Volkssolidarität wollen mit zwölf Prozent inzwischen auch mehr Westdeutsche die Mauer wiederhaben als Ostdeutsche (neun Prozent). Diese Aussagen hätten allerdings wenig mit dem Wunsch nach der DDR zu tun. In Ost wie West sähen sich vor allem Arbeitslose und Geringverdiener als Verlierer der Einheit und sehnten sich nach ihrem Leben vor 1990 zurück.

Aus den Statistiken des Sozialreports ergibt sich eine große Lebenszufriedenheit in Ost wie West. Rund die Hälfte der Befragten ist zufrieden, nur ein Zehntel unzufrieden. Am positivsten sehen die Befragten Bereiche wie Wohnen und Partnerschaft.

Deutlich unzufriedener sind sie bei den Themen Demokratie und Einkommen. Mit der Demokratie sind im Osten nur 18 Prozent der Befragten zufrieden, im Westen sind es 23 Prozent. Vertrauen in die Bundesregierung gaben in Ost wie West rund 15 Prozent an, Landesregierungen erreichten rund 20 Prozent. Was die wirtschaftliche Entwicklung bis 2016 betrifft, gibt es laut Studie wenig Illusionen. Die Hälfte der Ostdeutschen und 42 Prozent der Westdeutschen gehen von Verschlechterung aus.