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Ostdeutsche so selten krank wie noch nie

Cottbus.. Ostdeutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer suchen gegenwärtig seltener denn je einen Arzt mit dem Ziel auf, sich arbeitsunfähig schreiben zu lassen.


In den ersten sechs Monaten wurden 3,79 Prozent der Sollarbeitszeit oder knapp vier Arbeitstage als Fehlzeiten regis-triert. Das ist über ein Achtel weniger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.
Diese Angaben aus einer Statistik des Bundesgesundheitsministeriums bestätigt die AOK für das Land Brandenburg. Nach Pressesprecher Jörg Trinogga sank die Quote hier von 4,4 auf 4,04 Prozent und lag im Juni 2003 (3,27) bei weitem am niedrigsten.
Dr. Dietmar Groß, in der Lausitz seit über 30 Jahren im Betriebsgesundheitswesen tätig, sieht den Rückgang des Krankenstandes als Ergebnis der betrieblichen Gesundheitsfürsorge und der Prophylaxeprogramme der Krankenkassen sowie als Folge des Abbaus extremer Belastungen bei der Arbeit. Nicht auszuschließen sei, dass nicht wenige Arbeitnehmer den Arztbesuch wegen Sorge und Angst um den Arbeitsplatz scheuen. „Es gehen Leute auf Arbeit, die sich ruinieren.“
Karl-Heinz Korell, Barmer-Regionalgeschäftsführer in Cottbus, warnt davor. Krankheit ließe sich so nicht überlisten, und Arbeitsplätze würden so nicht sicherer. „Wer akut krank ist, gehört zum Hausarzt.“ (Eig. Ber./wil)