Die Förderung müsse unbedingt auf dem heutigen Niveau fortgeführt werden, sagte Lotar Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Thüringer Verbandes der Wirtschaft, gestern. Die Verbände hätten dies in einem gemeinsamen Appell an Bundesregierung und Europäische Union bekräftigt. Eine Kürzung würde nach Ansicht von Schmidt vor allem das verarbeitende Gewerbe treffen und damit „den Motor für den Aufbau Ost schwächen“.
Eine Kürzung der Finanzleistungen käme vor diesem Hintergrund für die neuen Länder zu früh, so die Wirtschaftsverbände. Die Höchstförderung gilt für Regionen, deren Bruttoinlandsprodukt unter 75 Prozent des Durchschnitts in der Union liegt. Voraussichtlich Mitte Februar wird die EU-Kommission einen Vorschlag für den Zeitraum 2007 bis 2013 unterbreiten.
Die EU-Erweiterung wird nach Meinung von Experten zu weiteren Verlagerungen von Arbeitsplätzen in die Beitrittsländer führen. Zu diesem Ergebnis kommt das Münchner Institut für Osteuropa in einer Untersuchung für das Wirtschaftsmagazin „Capital“.
Nach diesen Berechnungen beziffern die Experten die Zahl der Arbeitsplätze, die mit der Ost-Erweiterung in die Beitrittsländer verlagert werden, auf 450 000. Bisher habe die deutsche Wirtschaft aus Kostengründen bereits 400 000 Arbeitsplätze in diesen Ländern geschaffen. (dpa/roe)