Mit der Bekanntgabe der zu schließenden Standorte durch das Verteidigungsministerium wird für den kommenden Mittwoch gerechnet. „Die Bundeswehrstandorte in Sachsen-Anhalt müssen bleiben. Durch gezielte Investitionen verfügen sie mittlerweile über eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur“, sagte etwa Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) in einem Interview. Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht (CDU) sagte, sie erwarte, „dass unsere Argumente Gehör finden. Denn wir haben mit Abstand die modernsten Standorte und über 600 Millionen Euro investiert“. Es stelle sich auch die Frage der Gerechtigkeit: „Denn wir haben gesamtdeutsch gesehen überproportional viele Bundeswehrangehörige aus Thüringen, im Vergleich dazu aber relativ wenig Standorte.“ Tatsächlich ist die Zahl der Soldaten-Stellen gemessen an der Einwohnerzahl in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich.

An der Spitze liegt nach Stellenplanungen des Verteidigungsministeriums Schleswig-Holstein mit 9,1 Soldaten pro 1000 Einwohner, Thüringen hat mit 3,7 Stellen weniger als die Hälfte, Sachsen-Anhalt liegt mit 2,4 Stellen pro 1000 Einwohner ebenfalls unter dem Durchschnitt. Das Schlusslicht bildet Sachsen mit nur 1,1 militärischen Stellen pro 1000 Einwohner.

Der Bundeswehrverband als Vertretung der Soldaten hofft deshalb, bei den angekündigten Standortschließungen im Osten mit einem blauen Auge davonzukommen. „Die eine oder andere bittere Pille wird aber dabei sein“, sagte der Landesvorsitzende Ost des Verbandes, Uwe Köpsel, in einem Gespräch. „Es gibt derzeit bei den Soldaten eine große Verunsicherung“, sagte Köpsel. Ursprünglich war mit einer Entscheidung schon für März gerechnet worden.