Hans Lilie, Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, am Freitag.

Sollten die Kontrolleure, die ab kommender Woche im Einsatz sind, weitere Unregelmäßigkeiten finden, können sie die Staatsanwaltschaft einschalten.

Das Universitätsklinikum hatte eingeräumt, dass in der Vergangenheit in 38 Fällen falsche Angaben gemacht wurden, um Patienten schneller zu einer Spenderleber zu verhelfen. Drei Mediziner wurden suspendiert. Die Kontrolle der mehr als 400 Patientenakten werde sich bis in den März hinziehen, sagte Lilie.

Unterdessen hat sich der medizinische Vorstand der Leipziger Uniklinik dafür ausgesprochen, eine Mindestanzahl von Operationen in den Transplantationszentren festzulegen. Das könne helfen, die Qualität zu sichern, sagte Prof. Wolfgang Fleig nach Medienberichten. "Damit würde sich auch die Anzahl der Transplantationszentren in einem nennenswerten Ausmaß vermindern - und die Kontrolle zumindest erleichtert." Patientenschützer haben den Wettbewerb unter den 47 OP-Zentren scharf kritisiert.