Herr Professor Lilie, wie lässt sich das verlorene Vertrauen wiederherstellen?
Indem die jetzt beschlossenen Maßnahmen und Kontrollen so gut und solide wie möglich ausgeführt werden und wir in Zukunft die größtmögliche Transparenz herstellen.

Halten Sie die regelmäßige Befragung der Bürger zur Spendebereitschaft für effektiv?
Das ist das Beste was man im Moment machen kann. Es regt zur Auseinandersetzung mit der Organspende an. Wichtig ist, dass die Menschen sich im Privaten damit beschäftigen und so eine Entscheidung treffen.

Sind die jetzt gezogenen Konsequenzen ausreichend?
Es bestand bereits vor den Vorfällen ein gutes Kontrollsystem, und bestehende Missstände wurden aufgedeckt. Die erweiterten Maßnahmen und Kontrollen sind richtig und ausreichend. Das System zur Organspende war quasi noch nie so sicher wie heute.

Haben die Bonuszahlungen an Ärzte für Transplantationen und das vorher bestehende Kontrollsystem zur Manipulation angeregt?
Nicht unbedingt. Doch können Bonuszahlungen Fehlanreize sein. Auch das bis dahin bestehende System bot nur Ärzten mit dem Willen zur Manipulation die Möglichkeit, eingeladen dazu hat es nicht.

Wie sehen Sie die Forderung nach einer staatlichen Aufsicht über die Transplantation?
Ich denke, dass auch die Politik weiß, dass die bisherigen Instanzen funktionieren. Außerdem ist die Politik mit den in die Kontrollen eingebundenen Ländervertretern beteiligt. Das nötige Know-how ist bereits vorhanden.

Mit Hans Lilie

sprach Sven Scheffler