Unsere Statistik verdeutlicht, dass im Landkreis die Gefahr rechter und rassistischer Gewalt noch immer sehr hoch ist", sagte Andrea Hübler, Beraterin des Vereins Regionaler Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie Sachsen (RAA), am Mittwoch in Dresden.

Innenminister Markus Ulbig (CDU) sieht Fortschritte beim Kampf gegen rechts in der Region, aber noch keinen Grund zur Entwarnung. In den ersten neun Monaten dieses Jahres habe die Opferberatung allein elf rechtsmotivierte Angriffe im Altkreis Sächsische Schweiz registriert, darunter auch Körperverletzungen wie jetzt in Bad Schandau und Dohma, teilte Hübler mit.

So sei in Pirna bereits im Februar ein 15-Jähriger mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen und - am Boden liegend - weiter malträtiert worden. Außerdem habe es einen Brandanschlag auf einen Asia-Imbiss in Pirna-Copitz gegeben.

Ulbig verteidigte den Landkreis. Spätestens seit dem Bekanntwerden der "Skinheads Sächsische Schweiz" stelle man sich dort intensiv dem Problem Rechtsradikalismus, sagte er MDR 1 Radio Sachsen.

Am 7. September hatten vermutlich rechtsradikale Jugendliche in einer Jugendherberge in Bad Schandau einen 15-jährigen Schüler aus Hamburg angegriffen und schwer verletzt. Am Wochenende darauf wurde ein 15-Jähriger Bei einem Dorffest in Cotta in der Gemeinde Dohma attackiert und schwer verletzt. Auch in diesem Fall soll der Täter aus der rechten Szene stammen.