Bei Pavarotti war im vergangenen Jahr ein Krebsleiden an der Bauchspeicheldrüse diagnostiziert worden. Bei einer Operation in New York wurde ihm der Tumor zwar von Spezialisten entfernt, jedoch hatte sich der Sänger anschließend nicht mehr erholt. Er lebte seither zurückgezogen mit seiner Frau Nicoletta Mantovani und der gemeinsamen Tochter Alice in seinem Haus in Modena.

Seinen letzten großen Auftritt hatte Pavarotti bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Februar 2006 in Turin, als er noch einmal mit seinem Paradestück „Nessun Dorma“ aus Puccinis Turandot ein Milliardenpublikum begeisterte. Viele Fans waren zu Tränen gerührt, als „Big Luciano“ dabei noch einmal den Jubel der begeisterten Zuschauer in sich aufsog.

Pavarotti hatte in den vergangenen Jahren mehrfach gesundheitliche Probleme. Immer wieder musste er Konzerte etwa wegen Rückenproblemen absagen, er wollte aber dennoch sein Karriereende hinausschieben. Selbst seine größten Fans hatten sich gefragt, warum er sich den Stress der Konzertreisen noch immer antat.

Pavarottis Karriere begann Anfang der 60er Jahre, vor allem mit der Rolle des Rudolf in „La Bohème“. Als er 1964 am Covent Garden in London für den erkrankten Giuseppe Di Stefano einsprang, gelang Pavarotti der Durchbruch. 1966 folgte das Debüt an der Mailänder „Scala“, zwei Jahre später an der New Yorker „Met“. In seinen großen Zeiten schaffte er es, auf einer Partiturzeile gleich neun Mal auf ein hohes C zu kommen. 1988 bekam er in Berlin 115 Vorhänge. „Ich war mir immer bewusst, dass die Stimme ein göttliches Geschenk ist“, sagte er einmal.

Weltberühmt wurde Pavarotti auch durch die Auftritte der „Drei Tenöre“ mit Plácido Domingo und José Carreras. 1990 nutzte das Trio die Fußball-Weltmeisterschaft in Italien zum weltweit ausgestrahlten Auftritt. Der Live-Mitschnitt wurde mit mehr als zehn Millionen verkauften Platten und CDs zum „größten Klassiker-Bestseller der Schallplattengeschichte“.