Als Betriebsrat wurde er zum Gesicht eines Unternehmens, das zuletzt von Krise zu Krise stolperte. Ende dieses Jahres soll nun Schluss sein: Franz (59) verabschiedet sich in die arbeitsfreie Zeit seiner Altersteilzeit.

Keiner aus der Belegschaft wurde so mächtig, kaum einer kämpfte so entschlossen für einen Neustart des traditionsreichen Autobauers Opel wie Klaus Franz.

Lange galt Franz als heimlicher Manager der Marke mit dem Blitz – auch, weil er Konflikte mit dem US-Management der Opel-Mutter General Motors nicht scheute und es ihm immer wieder gelang, medienwirksam den Finger in die Wunde zu legen. „Co-Management ist für mich kein Schimpfwort“, hat der kleine Mann mit der hohen Stirn und dem Schnauzbart einmal gesagt.

Als sich Opel im Jahr 2009 nach 80 Jahren von der nicht mehr geliebten US-Konzernmutter GM lösen wollte, hatte Franz schon seinen „persönlichen Unabhängigkeitstag“ gefeiert. Allerdings platzte der Verkauf in letzter Minute, GM nahm die Sanierung der Tochter mit Stammsitz in Rüsselsheim doch selbst in die Hände.

Im Jahr 1975 begann Franz als Lackierer bei Opel. Im Jahr 1981 wurde der aus der linken Sponti-Ecke stammende Franz erstmals in den Betriebsrat gewählt. Seit Juli 2000 führt er nicht nur den Betriebsrat, sondern auch den Konzern- und Gesamtbetriebsrat. Im Januar 2003 wurde Franz zudem Vize-Chef des Aufsichtsrates.

Seine Popularität verdankt Franz vor allem dem Umstand, dass er mit Arbeitern und Managern ebenso gut kann wie mit Journalisten. Wer mit ihm zu tun hatte, erlebte den verheirateten Vater zweier Kinder als Moderator und Pragmatiker. Franz verstand sich nicht als Klassenkämpfer, sondern als einer, der mithilfe der Belegschaft seinen Teil zur Gesundung des Unternehmens beitragen kann. Die weiteren Sanierungsschritte verfolgt Franz, der am 4. April 2012 seinen 60. Geburtstag feiert, aus der Ferne.