Von Sybille von Danckelman

In Oberspreewald-Lausitz ist es am teuersten: Demnach hat dort 2018 ein neues Einfamilienhaus 293 037 Euro gekostet. Das ist im Süden Brandenburgs spitze, teilt das Onlineportal ImmobilienScout24 mit.

Die durchschnittlichen Hauspreise beziehen sich auf ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmeter Wohnfläche, erbaut zwischen 2016 und 2018 auf 600 Quadratmeter Grundfläche und mit guter Ausstattungsqualität. Rund 20 000 Häuser, die zwischen 2016 und 2018 bei ImmobilienScout24 angeboten wurden, sind laut Pressesprecher Tobias Frank für die Preisanalyse berücksichtigt worden.

Den höchsten Anstieg der Immobilienpreise im Land gab es in Potsdam: 21,5 Prozent meldet das Online-Portal. Danach folgt schon  Dahme-Spreewald: Mit einem Plus von 18,8 Prozent liegt der Neubau-Preis eines Hauses dort nun bei 290 22 Euro. Dennoch: Im Vergleich zur Landeshauptstadt ist das am Ende noch überschaubar: In Potsdam kostet ein neues Haus nämlich doppelt so viel – und sogar noch etwas mehr als in der Bundeshauptstadt Berlin.

Am wenigsten Geld in die Hand nehmen müssen Lausitzer Häuslebauer in Spree-Neiße: Für durchschnittlich 196 527 Euro kann man ein Einfamilienhaus bauen. In der Stadt Cottbus sieht das schon etwas anders aus. Ein neues Einfamilienhaus kostet hier deutlich mehr: 269 538 Euro sind für die Stadt ermittelt worden – und das ist ein Anstieg von vier Prozent gegenüber dem Jahr zuvor.

Die Preise ziehen überall in der brandenburgischen Lausitz an: In allen Landkreisen ist ein Plus zu verzeichnen. Das liege daran, dass immer mehr potenzielle Hausbauer aus den teuren Innenstädten in die Speckgürtel, und wenn es dort auch  das Budget übersteigt, noch weiter ins Ländliche ziehen. So sagt es Online-Portal-Sprecher Frank.

Immobilienwirtschaftler kommen  zu einem weiteren Schluss. In ihrem Frühjahrsgutachten formulieren die Immobilienweisen im Auftrag des Zentralen Immobilien-Ausschusses ganz klar: Wohnen in Deutschland werde seit neun Jahren ungebrochen teurer. Mitschuld an dem jetzt zu beobachtenden ungebremsten Preisanstieg aber habe die Politik: durch die befristeten Steuerboni für Mietwohnungsbau und durch das Baukindergeld. Der Zuschuss für Familien mache Häuser, Wohnungen und Grundstücke noch ungebremster teurer. In vielen Fällen schlage der Verkäufer die Prämie auf den Verkaufspreis drauf, wird in dem Frühjahrsgutachten kritisiert. Und die Experten rechnen mit weiter steigenden Kaufpreisen, zunehmend auch im Umland der Großstädte.

Ausgenommen scheint momentan noch der Norden Brandenburgs: Im Landkreis Prignitz entwickelte sich der Angebotspreis für ein Einfamilienhaus von 2017 zum Ende des vorigen Jahres sogar um 9,2 Prozent rückläufig auf 133 345 Euro. So hat es Immobilien­Scout24 für seine Neubau-Kauf-Map ermittelt. Auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist der Hauspreis gefallen (minus 1,7 Prozent). Mit 176 484 Euro sowie in Frankfurt (Oder) mit 222 379 Euro oder etwa in der Uckermark mit 142 714 Euro lässt sich der Traum vom Neubau-Eigenheim dort noch deutlich budgetschonender verwirklichen.

Preisanalyse „Neubau-Kauf-Map“ unter:

https://www.immobilienscout24.de/lp/neubau-kauf-maps/