Was in den ersten vier Legislaturperioden des Landesparlaments die Regel war - aber seit 2010, als der Landtag die Öffentlichkeit der Ausschüsse beschloss, nur noch in eng begrenzten Ausnahmefällen geschieht: Etwa, wenn in einem Ausschuss über vertrauliche Personalangelegenheiten verhandelt wird.

Einzige Ausnahme ist der Petitionsausschuss. Um die Bürger, deren Anliegen dort behandelt werden, zu schützen, tagt der Ausschuss immer hinter verschlossenen Türen.

Aber was heißt es eigentlich, dass eine Sitzung im Potsdamer Landtag öffentlich ist? In der Regel: nichts. Zwar strömen täglich Hunderte Besucher durch das Parlament, essen in der Kantine, besichtigen die Ausstellungen oder machen ein Foto vor dem Fortunaportal. Aber die tatsächliche Arbeit der Abgeordneten interessiert die wenigsten.

Die Besucherreihen in den Ausschussräumen sind - so nicht gerade eine Gewerkschaft oder ein mit einem Einzelthema befasster Verband die jeweiligen Mitglieder zur Teilnahme aufruft - meist komplett leer. Gleiches gilt für die Besuchertribüne bei den Plenarsitzungen des Parlaments: Wenn der Vormittag, und damit die Zeit der im Rahmen der Politischen Bildung in den Landtag kommenden Schulklassen vorbei ist, bleiben die Besucherränge verwaist. Was angesichts eines immer stärkeren Misstrauens in Politik und Medien absolut kein gutes Zeichen ist.