Als protestantische Bürgerbewegung versteht sich der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT), ein eingetragener Verein mit Sitz in Fulda. Die Protestantentreffen wurden 1949 begründet. In der Regel wechseln sich jedes Jahr der DEKT und der Katholikentag ab. Die Treffen finden in wechselnden Städten statt.
Lediglich 1971 gab es mit dem Ökumenischen Pfingsttreffen in Augsburg den Versuch einer gemeinsamen Veranstaltung. Damals kamen allerdings nur 8000 Teilnehmer. Diesmal werden in Berlin vom 28. Mai bis 1. Juni fast 200 000 Dauerteilnehmer sowie zusätzlich tausende Tagesgäste erwartet. Rund ein Drittel der Teilnehmer sind Katholiken und etwa zwei Drittel Protestanten. Seit 1996 bereiten der DEKT und das ZdK als Träger den Ökumenischen Kirchentag vor.
Auf dem ÖKT sind rund 3200 Veranstaltungen geplant, an denen rund 55 000 Menschen mitwirken - vom Ordner bis zum Referenten. Der ÖKT kostet 18,2 Millionen Euro. Davon zahlt der Bund 1,5 Millionen Euro, von der Stadt Berlin kommen einschließlich Lotto-Mitteln 6,8 Millionen. Die Kirchen zahlen vier Millionen Euro und das Land Brandenburg 100 000 Euro. Die Eigeneinnahmen betragen 5,5 Millionen Euro.
Kritisch bewerten katholische Kirchenvertreter Hoffnungen der Veranstalter auf ein baldiges gemeinsames Abendmahl. Theologische Unterschiede auszuräumen, sei Sache der Kirchenführung. Im offiziellen Programm ist denn auch ausdrücklich die "Bitte" aufgenommen, "die in den Kirchen gültigen Regeln zu achten und in Bezug auf Eucharistie-Feiern und Abendmahl in ökumenischer Sensibilität miteinander umzugehen". (dpa/roe)