Die Ökostrom-Umlage, die alle Stromkunden für die Energiewende bezahlen müssen, steigt im kommenden Jahr auf ein Rekordniveau. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird die EEG-Umlage von derzeit 6,170 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt (Jahresverbrauch: 3500 Kilowattstunden Strom) bedeutet das rechnerisch netto 6,44 Euro pro Jahr mehr. Mit Mehrwertsteuer wären es 7,70 Euro.

Wie sich die Preise tatsächlich entwickeln, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Umlage macht etwa ein Viertel aus. 2014 war sie erstmals gesunken. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte zu seinem Amtsantritt das Ziel genannt, die Kostendynamik bei der Energiewende brechen zu wollen.

Gründe für den neuen Höchststand, der am heutigen Donnerstag offiziell von den Netzbetreibern bekannt gegeben wird, sind die hohe Stromproduktion aus Wind- und Fotovoltaik-Anlagen - sowie der stark gesunkene Börsenstrompreis. Die Differenz zum Preis an der Börse gleicht die Umlage aus, die Betreiber von Ökostrom-Anlagen auf 20 Jahre garantiert erhalten.

Insgesamt dürfte die Energiewende absehbar teurer werden. Schon jetzt werden jährlich bis zu 24 Milliarden Euro über Stromrechnungen von Bürgern und Firmen beglichen, damit Deutschland bis 2022 aus der Atomkraft aussteigen und den Ökostromanteil von heute 27 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 ausbauen kann. So wird der beschlossene Vorrang für Erdkabel bei den Nord-Süd-Stromautobahnen die Netzentgelte erhöhen, die Verbraucher mittragen müssen. Dazu kommen Milliardenkosten für Klimaschutzmaßnahmen - etwa hohe Prämien für Stromkonzerne beim Stilllegen alter Braunkohle-Meiler.