Der EnviaM-Manager betonte im Zusammenhang mit der Drosselung des Ökostroms: "Ich bin sicher, dass das kommen wird, nicht nur wegen des Netzausbaus, sondern auch weil uns sonst die Kosten davonlaufen." Im RUNDSCHAU-Gespräch bezeichnet er es zudem als eine der großen Herausforderungen, den zunehmend überschüssigen Strom abzuleiten. Denn die Zunahme der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen steige zurzeit zeige deutlich stärker, "als wir mit dem Netzausbau hinterher kommen".

Giesting, der die Energiewende als "Operation am offenen Herzen" und alternativlos bezeichnet, erwartet von der Politik eine Entschlackung der Verwaltungsvorschriften für den Bau neuer Stromleitungen, damit die Netzanpassung schneller vorankomme. Schon jetzt werde in Ostdeutschland mehr Strom erzeugt als verbraucht. Bis 2020 werde die Erzeugung erneuerbarer Energie dort sechsmal so hoch sein wie der Strombedarf. Bis 2020 werde EnviaM zusätzlich zu den ohnehin geplanten! Investitionen rund 1,3 Milliarden Euro für den notwendigen Netzausbau aufwenden.

Damit der Netzausbau an Fahrt gewinne, müssten Energieversorger, Politik, Bürger, Forschungsinstitute und die Medien verstehen, dass die Energiewende tatsächlich eine Mammutaufgabe sei.

Warum es keinen Plan B für die Energiewende gibt, erläutert Carl-Ernst Giesting im morgigem Rundschauinterview.