Nach RUNDSCHAU-Informationen soll der RE 2, den die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) seit Dezember 2012 bedient, auch ohne Zugbegleitpersonal verkehren. Damit gibt es weder eine Fahrschein-Kontrolle noch ist ein Service für Reisende möglich.

Hintergrund dafür sollen Personalengpässe sein. Wie die RUNDSCHAU erfuhr, sollen befristete Verträge nicht rechtzeitig verlängert worden sein. Zudem gebe es nach Informationen von Insidern mehrere Kündigungen von Zugbegleitern. Sie würden der psychischen Belastung in zehn bis zwölf Stunden Dienstzeit nicht mehr standhalten.

Der Sprecher der Odeg-Geschäftsführung Arnulf Schuchmann bestätigt Fahrten ohne Zugbegleiter, spricht allerdings von Ausnahmesituationen bei Urlaub und Krankheit von Mitarbeitern. In solchen Fällen gehe es dennoch vor, dass "Züge fahren und die Fahrgäste befördert werden", erklärt Schuchmann der RUNDSCHAU.

Im Potsdamer Verkehrsministerium wird darin eine Vertragsverletzung gesehen. "Wir haben Züge mit Personal bestellt, und das hat die Odeg vertraglich zugesagt", sagt Lothar Wiegand, der für den Bahnbereich zuständige Pressesprecher im Ministerium. Dabei gehe es nicht nur um die Fahrschein-Kontrolle, sondern auch um "subjektive Sicherheit". Dafür müsse die Odeg mit Abzügen bei der Bezahlung rechnen.

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