Für die Mitarbeiter des Landesforstbetriebes in Brandenburg beginnt Anfang 2012 ein neues Kapitel. Dann wird die forstliche Landkarte zwischen Prignitz und der Niederlausitz anders aussehen. Die Zahl der Oberförstereien schrumpft nach Verwaltungsangaben von 72 auf 44. Diese gliedern sich in 30 hoheitliche und 14 wirtschaftliche Oberförstereien. Außerdem soll massiv Personal abgebaut werden – die Zahl der Stellen sinkt von 2200 auf 1500 zum 1. Januar 2015, was vielerorts Frust auslöst.

Beispiel Südbrandenburg: Hier sind zwei der sieben übergeordneten Service-Bereiche angesiedelt. Verwaltet werden sie in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) und Lübben (Dahme-Spreewald). Diese Bereiche nehmen im Großen und Ganzen die Aufgaben der einstigen Ämter für Forstwirtschaft wahr. Das sind beispielsweise Abrechnungen sowie die Betreuung der IT-Technik.

Jedem Service-Bereich ist eine bestimmte Zahl von Oberförstereien zugeordnet. Im Gebiet Doberlug-Kirchhain sind es sechs, in Lübben vier. Diese erreichen flächenmäßig die Größe der alten Landkreise. So ist die Oberförsterei Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) mit Sitz in Ruhland fast identisch mit dem alten 600 Quadratkilometer großen Kreis Senftenberg. Die Oberförsterei Herzberg (Elbe-Elster) erstreckt sich von Nord nach Süd über rund 80 Kilometer – vom Fläming bis zur Elbe bei Mühlberg.

Diese hoheitlichen Institutionen mit ihren Revieren sind vorrangig für die Waldgesetz-Durchsetzung sowie als Ansprechpartner für die Bürger zuständig. Zudem wird es 14 weitere Oberförstereien geben, die sich nur um den Landeswald kümmern. „Diese Gremien sollen ab dem Jahr 2014 ohne Zuschüsse aus dem Landeshaushalt auskommen“, sagt Christian Naffin, Sprecher des Landesforstbetriebes.

Mit der Forstreform sollen rund 40 Prozent der Stellen im Vergleich zum Jahr 2006 eingespart werden. Bereits jetzt werden ehemalige Forstleute in anderen Bereichen beschäftigt, wie etwa in der Wasserwirtschaft. Die personellen Lücken sollen nach Auskunft des Chefs des Landesforstbetriebes, Hubertus Kraut, mit Service-Partnern geschlossen werden. So soll die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) stärker in die Öffentlichkeitsarbeit eingebunden werden.

Viele Forstleute sind von der Reform wenig begeistert, äußern will sich aber niemand. Manchen Angestellten war bis zuletzt noch nicht klar, wo sie ab Januar arbeiten werden. „Der Zuordnungsprozess läuft noch, wir sind aber auf der Zielgeraden“, berichtet Naffin. Manche Mitarbeiter müssen künftig weite Fahrwege in Kauf nehmen, um von der Forstreform profitieren zu können.

Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger (SPD) sind die Probleme bewusst. „Ich danke allen Beteiligten für ihr verantwortungsbewusstes und engagiertes Handeln, auch wenn es manchmal schwierig war und man sich auch vor Gericht gegenüberstand“, meinte er zur anstehenden Umsetzung des Konzepts.

Hinter allen Beteiligten liegt ein langer Weg: Die Diskussionen für die Reform begannen bereits in den 1990er-Jahren. Im September 2001 stimmte die Landesregierung dann einem Konzept zu, das die Beschäftigten der Forstverwaltung erarbeitet hatten. Damit war der Weg für die Reform der Forstverwaltung frei, schildert Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Im Februar 2007 beschloss das Kabinett dann weitere Eckpunkte, deren Umsetzung nun folgt.