Das schwer kranke Baby im Deutschen Herzzentrum ist ersten Obduktionsergebnissen zufolge nicht an Darmkeimen gestorben.Die Justiz hatte nach Infektionen mit Serratia-Keimen an der Charité und am Herzzentrum eine Exhumierung und Untersuchung des bereits bestatteten Säuglings veranlasst.Nach vorläufigen Bewertungen sei davon auszugehen, dass das Kind nach einer hoch komplizierten und riskanten Operation einesnatürlichen Todes gestorben sei, teilte die Staatsanwaltschaft in Berlin am Mittwoch mit. Weitere Untersuchungen zur abschließendenKlärung der Todesursache stünden noch aus. Die Ermittlungen auch wegen fahrlässiger Körperverletzung anderer Kinder durch eineInfektion mit Serratia-Keimen dauern noch an.Auch Charité-Chef Karl Max Einhäupl hatte betont, das Baby habe zwar eine Serratien-Infektion gehabt, sei aber nicht daran gestorben.Vielmehr habe der angeborene Herzfehler den Tod herbeigeführt. Die Ärzte hatten die geringen Überlebenschancen des schwer krankenSäuglings durch die Operation erhöhen wollen. Obwohl die Operation selbst erfolgreich war, verschlechterte sich der Zustand des Kindes.Schließlich wurden die lebenserhaltenden Apparate im Einvernehmen mit den Eltern abgestellt. Auf dem Totenschein wurde ein „natürlicher Tod“ ausgewiesen.Berlins Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat die Charité-Führung nun zu einer Sondersitzung des Aufsichtsratesgebeten, um die Vorkommnisse aufzuarbeiten. Der Termin wurde nach Aussagen eines Sprechers für Mitte November anberaumt. Am Mittwoch waren die Vorfälle auch Thema im Wissenschaftsausschuss. Dort stand der ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei, Rede und Antwort. Die Diskussion, die inhaltlich keine neuen Details zutage geförderthabe, sei sachlich und unaufgeregt gewesen, hieß es.Unterdessen sucht ein Team mit Experten aus Gesundheitsamt, Robert Koch-Institut sowie Landesamt für Gesundheit und Sozialesweiter nach der Ursache der Infektionen auf Frühgeborenen-Stationen der Charité und am Deutschen Herzzentrum. An der Charité liegen derzeit noch sechs Kinder, bei denen eine Infektion nachgewiesen wurde, und weitere sieben mit Keimbesiedlung, aber ohne Krankheitssymptome. Im Herzzentrum liegt noch ein Kind, das an den Keimen erkrankt ist, und ein weiteres ohne Symptome.