Angesichts wiederholter Fälle von übermäßiger Gewalt weißer Polizisten gegenüber Schwarzen wird darüber diskutiert, ob Rassismus in den USA Teil des Problems ist. Die Vorfälle und ihre juristischen Folgen für die Beamten hatten für landesweite Proteste gesorgt.

Zu Gewalt und Randale kam es dabei in der Nacht zum Sonntag im Staat Kalifornien, wo die Polizei Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten einsetzte. Der Einsatz sei das Ergebnis einer lauten, von Randale geprägten Nacht in Berkeley bei San Francisco gewesen, berichtete die Zeitung "San Francisco Chronicle". Nach Schätzungen eines Reporters standen zeitweise mindestens 1500 Demonstranten rund 100 Polizisten gegenüber. "Protestler haben Sandsäcke, Rohre, Steine, Autospiegel und Rauchgranaten auf Polizisten geworfen", twitterte die Polizei. Zudem wurden mehrere Geschäfte nahe dem Campus der Universität Berkeley geplündert, Scheiben eingeschlagen und Polizeiautos beschädigt.

"So schmerzhaft diese Vorfälle sind, ist es wichtig, dass wir das jetzige Geschehen nicht mit den Vorfällen von vor 50 Jahren gleichsetzen", sagte Obama im Bet-Interview. Die massive Ungerechtigkeit gegenüber Afroamerikanern hatte Mitte der 50er Jahre zur Bürgerrechtsbewegung in den USA geführt. "Wenn Sie mit Ihren Eltern, Großeltern, Onkeln sprechen, werden sie Ihnen sagen, dass die Dinge besser sind - nicht gut, aber besser."

Obama hatte in der vergangenen Woche angekündigt, gemeinsam mit dem scheidenden, schwarzen Justizminister Eric Holder Schritte zu unternehmen, um Rassismus-Probleme zwischen Polizei und Anwohnern im ganzen Land anzupacken. In der Debatte hatte er sich lange eher zurückgehalten -auch, um Wähler von jeder Hautfarbe und Herkunft gleichermaßen anzusprechen. Auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sieht in der Kluft zwischen Polizei und Bevölkerung ein "fundamentales Problem" der USA. "Wir müssen offen über die historische Rassendynamik sprechen, die dem Problem zugrunde liegt", sagte er gegenüber ABC.