Der Gipfel ist das größte internationale Treffen von Spitzenpolitikern in den USA seit 60 Jahren. Obama will die Teilnehmer zu verstärkten Schutzmaßnahmen gegen den Atomschmuggel bewegen: In vier Jahren, das ist sein erklärtes Ziel, soll sämtliches spaltbares Material gesichert sein. Doch noch bevor Obama die Vertreter aus insgesamt 47 Ländern begrüßte, wurde deutlich, wie steinig der Weg dorthin ist.So gab es einen neuen iranischen Affront: Die Führung in Teheran machte klar, dass sie jegliche Entscheidungen der Konferenzteilnehmer aus insgesamt 47 Staaten ignorieren werde. Der Iran - wie auch Nordkorea - waren zu dem Gipfel nicht eingeladen worden. Bei dem Washingtoner Treffen soll es auch nicht um die iranischen Atomambitionen gehen, auch nicht primär um existierende Nukleararsenale. Obama hat vielmehr hauptsächlich spaltbares Material in zivilen Atomreaktoren und Forschungslaboratorien im Auge, aus dem Bomben hergestellt werden können. Dennoch dürfte das Iran-Problem die Gipfelteilnehmer zumindest indirekt beschäftigen, so auch in einer Reihe von geplanten Zweiergesprächen am Rande der Konferenz.Auch der pakistanische Premierminister Yousuf Raza Gilani legte sich bei einer Begegnung mit Obama im Vorfeld des Gipfels quer. Gilani blieb beim Treffen mit Obama am Sonntag bei seinem Nein zu Verhandlungen über einen internationalen Vertrag zum Stopp der Produktion neuen atomwaffentauglichen Materials. Obama habe Enttäuschung darüber geäußert, Gilani ihm zugehört, aber nicht eingelenkt, schilderte die "New York Times".Nach Angaben der Zeitung vom Montag bereitet sich die südasiatische Atommacht auf eine Ausweitung der Produktion waffenfähigen Brennstoffes vor. Für eine "zweite Generation" von Nuklearwaffen baue Pakistan gleich drei neue Atomanlagen, hieß es unter Berufung auf Geheimdienst-Satellitenaufnahmen. Hintergrund sei das jüngste indisch-amerikanische Abkommen zur Zusammenarbeit im zivilen Nuklearbereich, nach dem Pakistans Erzfeind Indien Brennstoff und Atom-Technologie aus dem Ausland erhält. Pakistan fühle sich bedroht, weil der Vertrag es Indien ermöglichen könne, ältere zivile Nukleareinrichtungen zu militärischen Zwecken umzurüsten.Russlands Präsident Dmitri Medwedew warnte vor einem israelischen Militärschlag gegen den Iran und einem folgenden Atomkrieg. Bei einem solchen Angriff würden alle Staaten des Nahen Ostens in den Konflikt verwickelt. dpa/ab