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| 02:45 Uhr

Obama: Weitere Sanktionen gegen Russland

US-Präsident Barack Obama telefonierte erneut mit Angela Merkel.
US-Präsident Barack Obama telefonierte erneut mit Angela Merkel. FOTO: dpa
Washington/Kiew. US-Präsident Barack Obama stimmt die westlichen Partner auf weitere Sanktionen im Zusammenhang mit der russischen Ukraine-Politik ein. Obama unterstrich nach Angaben des Weißen Hauses am Donnerstag (Ortszeit) in einem Telefongespräch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die USA, die Europäische Union und andere globale Partner müssten darauf vorbereitet sein, einer weiteren russischen Eskalation mit zusätzlichen Sanktionen zu begegnen. dpa/uf

Obama und Merkel sprachen vor allem über die besorgniserregende Lage in der Ostukraine. Sie forderten Moskau erneut auf, seine Truppen aus dem Grenzgebiet abzuziehen. Die Kanzlerin und der US-Präsident betonten die Wichtigkeit einer starken finanziellen Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für die Ukraine. Bei dem Telefonat sei es am Donnerstagabend insbesondere um die Themen des bevorstehenden Treffens der Außenminister der USA, Russlands, der Ukraine sowie der EU-Außenbeauftragten gegangen, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Das Krisentreffen soll am kommenden Donnerstag, 17. April, in Genf stattfinden.

Russland erhöhte unterdessen im Ukraine-Konflikt den Druck auf den Westen wegen unbezahlter Gasrechnungen. Kremlchef Wladimir Putin forderte die sofortige Tilgung von Milliardenschulden der prowestlichen Regierung in Kiew. Die Lage sei "unerträglich", sagte Putin am Freitag in Moskau. Russland garantiere seinen Kunden in Europa aber weiter Lieferungen in vollem Umfang. Die EU-Außenminister wollen am Montag eine Zahlungsbilanzhilfe von einer Milliarde Euro für die krisengeschüttelte Ukraine billigen. Putin droht damit, der Ukraine Gas nur gegen Vorkasse zu liefern - was Auswirkungen auf Europas Versorgung haben könnte.

In Moskau wies Außenminister Sergej Lawrow am Freitag Vorwürfe mit Nachdruck zurück, Russland plane einen Einmarsch in der Ostukraine. "Dies widerspräche unseren Interessen", sagte er dem TV-Sender Rossija-1. Lawrow betonte, Russland sei nicht beteiligt an den Protesten in der Ostukraine. "Unsere Leute sind nicht dort", sagte er. Russland beharre auf einer militärischen Neutralität seines Nachbarn Ukraine, betonte der Minister. Moskau fordere hier "rechtliche Garantien".

Angesichts der schweren politischen Krise in der Ostukraine ist die Regierung in Kiew zu Zugeständnissen an die prorussischen Separatisten bereit.