"Mit dem 31. August wird unser Kampfauftrag im Irak enden", sagte Obama. Die verbleibenden US-Soldaten hätten die Aufgabe zu übernehmen, irakische Truppen auszubilden und zu unterstützen. Außerdem sollten sie gezielte "Spezialeinsätze gegen Terroristen" ausführen. Auch diese US-Soldaten sollten bis Ende 2011 abgezogen werden, wie es unlängst mit der Regierung in Bagdad vereinbart worden war. Obama machte deutlich, dass trotz aller Fortschritte die Sicherheitslage im Irak nach wie vor nicht befriedigend sei. "Die Lage im Irak ist bisher noch nicht gesichert, es stehen schwierige Zeiten bevor. Gewalt wird auch weiterhin ein Teil des Lebens im Irak sein." Auch seien viele grundsätzliche politische Fragen über die Zukunft des Irak weiterhin ungelöst. Doch für die USA komme es jetzt darauf an, Prioritäten zu setzen. "Wir können nicht auf den Straßen im Irak Patrouille laufen, bis sie vollständig sicher sind", sagte Obama. Es sei an der Zeit, dass die Iraker immer mehr Verantwortung übernehmen. Dagegen müssten sich die US-Militärs jetzt auf Afghanistan und Pakistan konzentrieren.Ein rascher Truppenrückzug aus dem Irak war eines der wichtigsten Versprechen Obamas im Wahlkampf. Zunächst hatte er einen Rückzug innerhalb von 16 Monaten nach Amtsantritt versprochen. Jetzt werde der Rückzug aller Kampftruppen innerhalb von 18 Monaten vollzogen. Bereits vor der Rede Obamas war teils massive Kritik im Lager der Demokraten laut geworden. Ihre Sprecherin im Abgeordnetenhaus, Nancy Pelosi, bezeichnete die Zahl von bis zu 50 000 im Irak verbleibenden Soldaten als zu hoch. Ähnlich äußerte sich auch der demokratische Fraktionschef im Senat, Harry Reid. Es heißt, Obama habe sich nach Gesprächen mit führenden Militärs zum Verbleiben einer beträchtlichen US-Präsenz im Irak entschlossen. Derzeit sind rund 140 000 US-Soldaten im Irak stationiert. US-Medienberichten zufolge ist die 18-Monate-Frist ein Kompromiss zwischen mehreren Optionen, die Verteidigungsminister Robert Gates und Generalstabschef Michael Mullen zur Entscheidung vorgelegt haben. dpa/uf