Der US-Präsident kehrte am Montagmorgen wieder in die USA zurück. Zum Zeitpunkt des Angriffs, der keinen Schaden anrichtete, hatte er sich bereits auf dem Rückflug nach Washington befunden.Obama verfolgte nach Angaben aus dem Weißen Haus bei seinen knapp sechsstündigen Afghanistan-Besuch - dem ersten in seiner Amtszeit - zwei Hauptziele: Er wollte den US-Truppen für ihren Einsatz in dem Land danken und den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai zu mehr Anstrengungen im zivilen Bereich drängen. So bekräftigte Obama bei einem gemeinsamen Auftritt mit Karsai nach dem rund 30-minütigen Treffen in Kabul zwar die Partnerschaft mit Afghanistan. Aber er machte zugleich klar, dass die USA mehr Maßnahmen insbesondere gegen die Korruption innerhalb der afghanischen Regierung erwarteten. Reporter vor Ort notierten, dass Obama mit ernstem Gesicht gesprochen und Karsai mit keinem Wort gelobt habe. Bessere Kooperation verlangt Hinter verschlossenen Türen, so hieß es am Montag im Weißen Haus, sei Obama gegenüber Karsai "sehr deutlich" geworden und habe seinem Frust über die mangelnde Kooperation des Afghanen Luft gemacht. Demnach forderte der US-Präsident auch energisch ein verstärktes Vorgehen gegen den Opiumhandel an, der eine wichtige Geldquelle für die Aufständischen ist, und drang auf "gute Regierungsführung" und den Aufbau eines zuverlässigen Rechtssystems.Der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) weihte unterdessen ebenfalls am Montag in Kundus im Norden Afghanistans ein deutsches Polizei-Ausbildungszentrum ein. Die Trainingseinrichtung "stellt einen weiteren Baustein zur Qualifizierung afghanischer Polizisten dar und wird auf Dauer dazu beitragen den zivilen Aufbau Afghanistans voranzubringen und die Sicherheitslage in der Region zu verbessern", sagte der Minister am Montag bei der Einweihung. Forderungen an Deutschland Bei der Entschädigung der Opfer des Luftangriffs von Kundus muss sich das Bundesverteidigungsministerium derweil mit neuen Forderungen auseinandersetzen. Wie der Bremer "Weser-Kurier" am Montag berichtete, wandten sich 30 Familienoberhäupter an die Unabhängige Afghanische Menschenrechtskommission(AIHRC). Die Männer vertreten Familien, die nach Angaben der AIHRC bei dem Bombardement am 4. September 2009 insgesamt 66 Angehörige verloren. Die Angehörigen wollten sich dem Bericht zufolge offenbar nicht von den Bremer Opferanwälten Karim Popal und Bernhard Docke vertreten lassen. Sie drängten darauf, über die AIHRC direkt über Entschädigungen zu verhandeln dpa/AFP/uf