Es ist Obamas erster Besuch in Afghanistan seit seiner Amtsübernahme am 20. Januar vergangenen Jahres. Im Dezember hatte Obama eine Aufstockung der in dem Land stationierten US-Truppen um 30 000 Soldaten verfügt, damit wird die Zahl auf 100 000 steigen. US-Medien zitierten Kreise um Obama mit den Worten, der US-Präsident wolle Karsai zu durchgreifenden Änderungen in dessen zweiter Amtszeit drängen. Dies betreffe insbesondere die anhaltende Korruption innerhalb der afghanischen Regierung. Karsais Wiederwahl im vergangenen Jahr war von Vorwürfen des massiven Wahlbetrugs überschattet. Wie es weiter hieß, wurde Karsai selbst erst eine Stunde vor Obamas Eintreffen über den anstehenden Besuch informiert. Der US-Präsident flog vom Luftwaffenstützpunkt Bagram per Helikopter nach Kabul. In Washington hatte es zunächst geheißen, Obama erhole sich am Wochenende auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David (US-Staat Maryland). Bei seinem Aufenthalt in Afghanistan wollte der Präsident auch US-Truppen besuchen. Zuvor war bereits der deutsche Innenminister Thomas de Maizière nach Afghanistan gereist, um sich dort über die maßgeblich von Deutschen organisierte Polizeiausbildung zu informieren. In Kabul, wo er Nato-Kommandeur Stanley McChrystal traf, forderte er eine Intensivierung und bessere Koordinierung der Ausbildung. Britischen Regierungsdokumenten zufolge könnte der Aufbau einer einsatzkräftigen Polizei noch "mehrere Jahre" dauern. "Zugegeben, Erfolgsgeschichte haben wir noch nicht geschrieben", sagte de Maizière mit Blick auf die Polizeiausbildung. "Aber ich bin optimistisch, dass in Afghanistan noch Erfolgsgeschichte geschrieben wird." AFP/dpa/uf