Rund zweieinhalb Monate nach seiner Wiederwahl beginnt für US-Präsident Barack Obama die zweite Amtszeit. Nach der formellen Vereidigung am Sonntag und einem feierlichen Akt am heutigen Montag kann der 51-Jährige vier weitere Jahre regieren. Danach darf Obama sich laut Gesetz nicht erneut für das Präsidentenamt bewerben.

Vor Obama legte am Sonntag bereits Vizepräsident Joe Biden den Amtseid ab. Der 70-Jährige wurde in seinem offiziellen Wohnsitz in Washington, rund vier Kilometer vom Weißen Haus entfernt, von der Verfassungsrichterin Sonia Sotomayor vereidigt. Bidens Hauptaufgabe als Vizepräsident ist der Vorsitz im Senat. Könnte Obama sein Amt nicht mehr ausüben, würde der Vize an seine Stelle als Staatschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte treten. Zuletzt geschah dies 1974, als Gerald Ford den zurückgetretenen Richard Nixon ersetzte.

Grund für die zweifache Vereidigung des Präsidenten ist, dass der 20. Januar auf einen Sonntag fällt. Seit 1821 gilt die Tradition, dass dann das öffentliche Zeremoniell auf den Montag verschoben wird.

In Washington wird das historische Ereignis der Amtseinführung traditionsgemäß mit einem Riesenspektakel gefeiert. Insgesamt werden zu den Feiern bis zu 800 000 Menschen erwartet. Schon am Wochenende herrschte in der US-Hauptstadt der Ausnahmezustand. Zahlreiche Straßen in der Hauptstadt waren abgesperrt.

Rund 13 000 Soldaten kümmern sich um die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf. Der Demokrat Obama hatte im vergangenen November mit klarer Mehrheit die Wahl gegen den republikanischen Kandidaten Mitt Romney gewonnen.