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O wie Online und P wie Post

Klar, auf die Wahlplakate und ihre Info-Stände setzen die Parteien immer noch. Doch beim Kampf um die Gunst der Wähler sind Tweets und Posts so wichtig wie noch nie geworden.

Auf gute Ideen für die Online-Kampagnen kommt es dann an. Denn noch kein anderer Bundestagswahlkampf wird so vernetzt, so schnell und so hart im Internet geführt.

Alles wird maßgeschneidert für Twitter, Snapchat, Instagram und Facebook. Man nehme nur die Grünen: Sie stecken diesmal die Hälfte ihres Wahlkampf-Budgets ins Internet. Und auch in den anderen Wahlkampfzentralen wird auf Teufel komm raus gebloggt, getwittert und an den Internetauftritten der Kandidaten gefeilt. Heerscharen von jungen Computerfreaks wurden dafür von den Parteistrategen verpflichtet. Mancher Wahlkampfmanager bekam allerdings auch dezent ins Ohr geflüstert, die Stammklientel bitteschön nicht zu vergessen. Die ist schließlich immer noch älter, mag Plakate, Broschüren, Fernsehauftritte sowie kleine Geschenke.

Vielleicht sind viele Ältere auch die Wähler, die in den vergangenen Tagen zur altehrwürdigen Post oder zum Briefkasten gegangen sind, um ihre Briefwahlunterlagen einzuwerfen. Laut Umfragen stimmt inzwischen jeder Dritte per Post ab, das sind so viele wie noch nie. Weil es schön bequem ist, oder weil man verhindert ist.

Briefwahlstimmen werden freilich wie alle anderen Stimmen ausgezählt: Am Wahltag ab 18 Uhr. Online geht da nichts… Hagen Strauß