Mit Einführung der Regelung hatte es zunächst Befürchtungen gegeben, einheimische Arbeitnehmer oder kleinere Unternehmen könnten durch massenhaften Zuzug vom Markt verdrängt werden.

Im Juni 2014 arbeiteten in Sachsen knapp 14 000 Männer und Frauen aus den acht EU-Staaten, für die seit 2011 eine uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt. Das sind nur 2,8 Prozent aller bundesweit 501 600 Menschen aus diesen Ländern. Damit liegt Sachsen den Angaben zufolge zwar noch vor Bremen (Anteil an der Gesamtzahl 0,8 Prozent), Sachsen-Anhalt (1,0 Prozent) sowie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 1,4 Prozent). Deutlich mehr Menschen aus den sogenannten EU-8-Staaten arbeiten aber in Bayern mit einem Anteil von 23,4 Prozent oder Nordrhein-Westfalen (17,4) Prozent. Über die EU-8-Staaten hinaus liegen die Zahlen ausländischer Arbeitnehmer in Sachsen zwar höher. Aktuell sind 32 600 Ausländer in Sachsen beschäftigt. Das sind lediglich 2,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

"Wir können uns das nicht mehr leisten und müssen Wege finden, Fachkräfte aus dem Ausland für Sachsen zu begeistern", betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Klaus Schuberth. Der Wirtschaftsstandort müsse auch künftig im harten nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen. Deshalb sei die Wirtschaft auf eine gezielte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte angewiesen. Sachsen müsse sich als arbeits- und lebenswerte Region attraktiver machen. "Dazu sollte die Willkommenskultur ausgebaut und von allen Arbeitsmarktakteuren und der Gesellschaft mit Leben gefüllt werden", erklärte Schuberth.