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Nur Nordafrikaner oder nordafrikanischer Intensivtäter?

Das Wort "Nafri" stammt aus dem Sprachgebrauch der Polizei. Eine trennscharfe Definition, was damit genau gemeint ist, gibt es aber nicht. dpa/bl

Daher rühren auch in gewisser Weise die Verwirrung und Empörung nach dem Polizei-Tweet. "Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Nafri und Neger?" twittert etwa Satiriker Jan Böhmermann.

In der Vergangenheit wurde der Begriff von der Kölner Polizei meist verwendet, um "nordafrikanische Intensivtäter" zu beschreiben. Die "sogenannte Nafri-Szene" gehöre zu den Gruppen, die der Polizei Sorgen machten, sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies noch im Dezember. Die Deutsche Bundespolizeigewerkschaft beschreibt das Wort ebenfalls als "eine Abkürzung für nordafrikanische Intensivtäter". Rassistisch sei es nicht gemeint.

Davon abweichend ist allerdings auch eine Definition im Umlauf, wonach das Wort allein eine ethnische Zugehörigkeit beschreiben soll - also Nordafrikaner, unabhängig von einer möglichen Straffälligkeit. In diese Richtung wird beispielsweise ein Polizeisprecher zitiert.

Die Kölner Polizei befasst sich schon seit langer Zeit mit Tätergruppen aus Nordafrika und gebraucht das Wort. In einem internen Schreiben, das vor der Silvesternacht 2015 verschickt wurde, heißt es etwa, es habe in den vergangenen Jahren bereits vermehrt Taschendiebstähle gegeben. "Dies dürfte maßgeblich auf die Täterklientel Nafri zurückzuführen sein, die die günstigen Tatgelegenheitsstrukturen nutzen." In der Stadt gibt es auch ein Hilfsprogramm für straffällig gewordene Jugendliche aus Nordafrika. Die lokalen Medien benutzen den Begriff seit Monaten.