| 15:50 Uhr

Nur einer kann gewinnen - Merkel und Schulz im Wahllokal optimistisch

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt am 24.09.2017 in Berlin ihre Stimme zur Bundestagswahl 2017 ab.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt am 24.09.2017 in Berlin ihre Stimme zur Bundestagswahl 2017 ab. FOTO: dpa
Berlin/Würselen. Zuversichtlich geben sich beide, am Ende des Wahltages wird nur noch einer gute Laune haben. Martin Schulz macht sich auch am Wahltag noch Hoffnungen auf die Kanzlerschaft. Die Kanzlerin lässt sich Zeit mit dem Wählen. dpa

Der Herausforderer war schnell, die Amtsinhaberin ließ sich Zeit. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gab am Sonntag als einer der ersten Spitzenpolitiker in seiner Heimatstadt Würselen seine Stimme zur Bundestagswahl ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tat dies erst am Nachmittag in Berlin. Zuversicht versuchten beide auszustrahlen.

Gemeinsam mit Ehemann Joachim Sauer schritt die Kanzlerin in Berlin-Mitte an die Wahlurne. Im Wahllokal, wo sonst Studierende zu Mittag essen, warteten zahlreiche Journalisten auf das Paar. Auf dem Weg dorthin hielt der Chemieprofessor einen Schirm schützend über seine Frau - das Wetter in Berlin war regnerisch. Die Kanzlerin präsentierte sich dennoch gut gelaunt und fand noch Zeit für einen Schwatz mit den Wahlhelfern. Für den Wahltag hatte Merkel einen blutorangefarbenen Blazer gewählt, ihr Mann entschied sich für eine grüne Krawatte.

Auch Schulz gab sich optimistisch. Immerhin war das Wetter in Würselen viel besser als in Berlin. Hand in Hand mit Ehefrau Inge betrat er in schwarzem Anzug und mit rot gemusterter Krawatte das Rathaus seiner Heimatstadt. In der Nacht vor der Bundestagswahl habe er sehr gut geschlafen. „Ich bin optimistisch, dass die SPD mit einem guten Resultat aus diesem Wahlkampf herauskommt“, sagt Schulz im Anschluss. Vor dem Wahllokal zeigte der SPD-Chef das Victory-Zeichen. Als er später zu dem wartenden Auto geht, fragt ihn jemand: „Wie viel holt die SPD heute?“ Schulz stutzt kurz: „Genug, dass ich Kanzler werde.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, 2009 noch unterlegener SPD-Kanzlerkandidat, war wie Schulz zeitig zum Wahlakt geschritten. Geduldig reihten sich er und seine Frau Elke Büdenbender in einer Grundschule in Berlin-Zehlendorf in die Warteschlange ein, schüttelten Hände und redeten mit anderen Wählern. Gemeinsam mit Bundeswahlleiter Dieter Sarreither dankte Steinmeier im Anschluss den vielen Wahlhelfern bundesweit.

In Berlin-Kreuzberg trat ein gut gelaunter Cem Özdemir an die Wahlurne. Womöglich lag es an einer Begegnung auf dem Weg ins Wahllokal. Der Grünen-Spitzenkandidat hatte einen Musiker der Band Culcha Candela getroffen und twitterte ein Foto in die Welt. Christian Lindner twitterte am Sonntag auch fleißig, Bilder von der Stimmabgabe gab es allerdings keine. Der FDP-Chef hatte sich schon per Briefwahl entschieden.

Das taten auch die Spitzenkandidaten der AfD, Alice Weidel und Alexander Gauland. Die AfD-intern in die Defensive geratene Parteivorsitzende Frauke Petry gab hingegen ihre Stimme in Leipzig ab und machte vor Fotografen und Kameraleuten ein freundliches Gesicht. Ein Statement wollte Petry am Sonntag aber nicht abgeben.