Dagegen müssen Maria Aljochina (24) und Nadeschda Tolokonnikowa (22) - beide Mütter kleiner Kinder - für zwei Jahre in Haft, wie Richterin Larissa Poljakowa entschied. Die Verteidigung sprach von einem Teilerfolg. Sie will die für alle drei Frauen weiterhin bestehenden Urteile wegen Rowdytums aus religiösem Hass erneut anfechten.

Die seit März inhaftierten Frauen bekräftigten vor Gericht ihre Kritik an Putin. "Wir sind bisher gegen Putin aufgetreten und tun dies jetzt", sagte Samuzewitsch. Auch Tolokonnikowa und Aljochina verteidigten die Aktion vom Februar. Sie forderten eine Aufhebung der in erster Instanz verhängten Strafe, die international auf Kritik gestoßen war.

Die Richterin unterbrach immer wieder Aussagen der Kremlgegnerinnen gegen Putin mit dem Hinweis, das Gericht sei keine politische Bühne. Vor dem Gerichtsgebäude protestierten sowohl Anhänger der Band als auch russisch-orthodoxe Christen, die nach harten Strafen riefen.

Die Verteidigung betonte, dass es für eine Verurteilung wegen Rowdytums und Verletzung religiöser Gefühle keine Grundlage gebe. Verteidiger Mark Fejgin kritisierte zudem, dass Putin das Gericht beeinflusse, indem er das harte Vorgehen gegen seine Kritiker ausdrücklich begrüßt habe. Verteidigerin Violetta Wolkowa forderte ein neues unabhängiges Gutachten über die Aktion in der Kirche.