Bis Ende der Woche wird die eine Haushälfte verschwinden, bis Mitte Mai die andere. Und Ende Mai soll schon der Rasen gesät sein - anstelle des Hauses wird es eine Grünfläche geben. "Freiräume schaffen - Lösungen transportieren", so wirbt im Internet die Spezialfirma aus dem Vogtland für sich, die den Zuschlag für diesen Job erhalten hat - Abriss der Zwickauer Frühlingsstraße 26. Es wäre ein ganz normaler Rückbau, wäre es nicht das "Terrorhaus". So nennen die Anwohner das letzte Versteck von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe.

Das Trio lebte vermutlich drei Jahre lang in der Wohnung - von Anfang 2008 bis zum Auffliegen der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) Anfang November 2011. Die ihr zugeschriebene Mordserie an zehn Menschen seit 1999, ihre Sprengstoffanschläge und auch ihre meisten Banküberfälle kann die 1998 abgetauchte Gruppe nicht in der Frühlingsstraße geplant haben - die Taten waren längst geschehen, als das Trio einzog. Aber in der Frühlingsstraße fanden sich die Beweise für die Blutspur im Untergrund: Dokumente, Tatwaffen und Munitionsdepots. Beate Zschäpe soll versucht haben, das Auffinden dieser Belege zu verhindern, indem sie das Versteck am 4. November in die Luft jagte.

Zuvor hatten sich Böhnhardt und Mundlos nach einem Banküberfall in Thüringen in einem Wohnmobil getötet, offenbar weil die Polizei ihnen auf die Schliche gekommen war .