Viele sehen Sachsen bei der Aufklärung des Neonazi-Terrors besonders in der Pflicht. In Zwickau hatte das aus Jena stammende Trio mit Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe jahrelang unentdeckt gelebt. Nach langem Hin und Her wird nun auch im Freistaat ein Untersuchungsausschuss mögliche Versäumnisse bei der Aufklärung der Verbrechen beleuchten. Dem Trio werden Morde, Banküberfälle und Sprengstoffanschläge vorgeworfen. Neun Menschen mit ausländischen Wurzeln und eine Polizistin aus Deutschland starben. Am heutigen Dienstag konstituiert sich der parlamentarische Untersuchungsausschuss im Landtag in Dresden. Er soll mögliche Fehler der sächsischen Regierung und ihr untergeordneter Behörden bei der Aufklärung beleuchten. Die in Jena gegründete Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) soll Ende der 90er-Jahre zunächst in Chemnitz aufgetaucht sein; später hatte sie nachweislich in einem Zwickauer Mietshaus gelebt. Sachsens Geheimdienst besaß laut offizieller Darstellung nach 2001 keine Informationen mehr über die Gruppierung.

Die Opposition möchte alles unter die Lupe nehmen, was mit dem Wirken der Gruppe im Freistaat und der Arbeit sächsischer Behörden zu tun hat. Dabei geht es auch um mehrere Banküberfälle in Sachsen, die dem NSU zugerechnet werden. Hinter verschlossenen Türen will man über Verfahrensfragen und Zeitplanung sprechen.