Der Auftritt dauerte nur knappe drei Minuten.

Sie erschien in Begleitung eines Anwalts. Soweit von der Pressetribüne zu sehen war, schaute sie ihre Tochter nicht an. Beate Zschäpe hatte sich auf ihrem Stuhl weit nach hinten gelehnt und starrte auf ihren Computer. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter gilt als schwierig, in Vernehmungsprotokollen ist von einem Zerwürfnis die Rede. Zschäpes Vater hatte sich nie um sie gekümmert, einen Teil ihrer Kindheit verbrachte Zschäpe bei ihren Großeltern. Die Hauptangeklagte hatte sich selbst als "Omakind" bezeichnet. Zschäpes Mutter widersprach auch der Verwertung ihrer Aussage bei der Polizei aus dem Ermittlungsverfahren. Damit darf das, was sie Ermittlern des BKA im November 2011 gesagt hatte, nicht im Prozess verwendet werden.

Zuvor hatte am Mittwoch Zschäpes Cousin Stefan A. über die gemeinsame Jugend in Jena berichtet. "Wir waren schon rechtsgerichtet", sagte der 39-Jährige. "Gegen den Staat, gegen Ausländer, gegen Linke, gegen alles." Irgendwann sei der Kontakt zu Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe - dem späteren Trio des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) - abgebrochen. "Uwe Mundlos war mit meiner Lebenseinstellung nicht einverstanden, ich habe getrunken und Party gemacht - er hat mich als Asi bezeichnet."

Der Cousin beschrieb Beate Zschäpe als "nett". Sie sei aber "kein Mädchen, das sich was hat gefallen lassen". Zu ihrer politischen Einstellung meinte Stefan A., Zschäpe sei auch rechts gewesen, "aber nicht so extrem" wie Böhnhardt und Mundlos.