Im NSU-Prozess hat das Oberlandesgericht München Befangenheitsanträge gegen drei Richter zurückgewiesen. Es gebe keine Zweifel an deren Unvoreingenommenheit, hieß es in den Beschlüssen. Der von den Verteidigern des Angeklagten Ralf Wohlleben - darunter auch der Cottbuser Jurist Olaf Klemke - gestellte Antrag sei nicht begründet. Auch der Befangenheitsantrag der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe wurde abgeschmettert. Die Zschäpe-Verteidiger wehrten sich gegen die Entscheidung, dass sie vor Betreten des Sitzungssaals auf Waffen durchsucht werden.

Wohllebens Verteidiger hatten zudem ihren Antrag damit begründet, dass das Gericht für ihn keinen dritten Pflichtverteidiger bestellt hatte - im Gegensatz zur Hauptangeklagten Zschäpe, die von drei Anwälten verteidigt wird. Hierfür gebe es jedoch Gründe: Die Vorwürfe gegen Zschäpe seien schwerwiegender. Wohlleben ist wegen Beihilfe zu neun Morden angeklagt.

Der Ex-NPD-Funktionär Wohlleben soll den NSU-Terroristen die Pistole vom Typ Ceska besorgt haben, mit der neun Geschäftsleute türkischer und griechischer Herkunft ermordet wurden. Zschäpe hingegen ist als Mittäterin des NSU angeklagt. Auch die Durchsuchung der Verteidiger und die Beschlagnahmung von Post Wohllebens begründe keine Besorgnis der Befangenheit, entschied das Gericht.