Stattdessen beschuldigte er vor allem Carsten S., einen seiner Mitangeklagten.

Wohlleben wird Beihilfe zum Mord in neun Fällen vorgeworfen - weil er die Waffe beschafft haben soll, mit der neun Migranten erschossen wurden. Wohlleben sitzt wie Zschäpe seit 2011 in Untersuchungshaft. Von den zehn Morden und zwei Bombenanschlägen, die dem NSU angelastet werden, will Wohlleben "wie alle anderen" erst nach dem Auffliegen der Terrorgruppe im November 2011 erfahren haben. "Ich bedaure jede Gewalttat", sagte er und fügte hinzu: "Den Angehörigen der Opfer gilt mein Mitgefühl." Zugleich erhob er Vorwürfe gegen die Behörden.

Mit seiner Aussage am 251. Verhandlungstag wechselte Wohlleben - wie zuvor schon die Hauptangeklagte Beate Zschäpe - seine mehrjährige Strategie des Schweigens. Im Gegensatz zu ihr trug er seine Aussage selbst vor. Bereits am heutigen Donnerstag will er auf erste Fragen antworten.

Zschäpe, die als Mittäterin an den Morden und Anschlägen angeklagt ist, hatte ihren Anwalt am Mittwoch vergangener Woche eine Aussage verlesen lassen. Darin bestritt sie jede Beteiligung an den Verbrechen des NSU und schob die Schuld allein Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zu.

Wohlleben war einst NPD-Mitglied - und nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft eine "steuernde Zentralfigur" der gesamten Unterstützerszene der mutmaßlichen NSU-Terroristen. Doch auch diesen Vorwurf wies er zurück: Die Behauptung beruhe auf Spekulationen.