Die Zeitung beruft sich auf interne NSA-Dokumente des Enthüllers Edward Snowden. US-Geheimdienstdirektor James Clapper bezeichnet die Berichte als fehlerhaft.

Brasilien: Präsidentin Dilma Rousseff ist verärgert und sagt einen für Oktober geplanten US-Besuch ab. Enthüllungen Snowdens zufolge hat die NSA Telefongespräche und E-Mails der Staatschefin abgehört. Am 24. September findet Rousseff vor der UN-Vollversammlung in New York deutliche Worte: Das Ausspähen ihrer privaten Kommunikation, der von Diplomaten und Unternehmen sei "vollkommen inakzeptabel" und illegal.

Mexiko: Die Regierung kündigt am 22. Oktober eine Untersuchung wegen einer möglichen Bespitzelung hoher Beamter an. Der US-Botschafter sollte erneut einbestellt werden. Das Magazin "Der Spiegel" hat unter Berufung auf Snowden-Daten berichtet, dass eine NSA-Abteilung 2010 in das E-Mail-Konto des damaligen mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón eingedrungen war.

EU: Das EU-Parlament fordert am 23. Oktober eine Aussetzung des Swift-Abkommens mit den USA. Mit dem Swift-Vertrag können US-Terrorfahnder seit 2010 gezielt auf Kontobewegungen von Verdächtigen in der EU zugreifen. Nach dem Willen der Parlamentarier soll untersucht werden, ob US-Behörden sich einen nicht genehmigten Zugang zu den Swift-Servern verschafft haben. Einige Monate zuvor war darüber hinaus bekanntgeworden, dass US-Geheimdienstler Wanzen in EU-Büros in Washington und New York installiert sowie Telefone und Computer überwacht haben.

Italien: Auch die italienische Regierung ist nach einem Bericht des Magazins "L'Espresso" vom US-Geheimdienst NSA ausgespäht worden. "Die NSA führt eine Menge Spähaktionen aus, auch bei europäischen Regierungen, darunter die italienische", zitiert das Wochenmagazin am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe den früheren "Guardian"-Journalisten Glenn Greenwald. Das Magazin kündigte an, in seiner Druckausgabe am Freitag Dokumente des Enthüllungsjournalisten Edward Snowden in Auszügen zu veröffentlichen.