Die Zusammenarbeit deutscher und amerikanischer Geheimdienste beim Ausspähen von Daten ist enger als bislang bekannt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst haben den Einsatz einer Spähsoftware des US-Nachrichtendienstes NSA eingeräumt, die massenhafte Weitergabe von Daten aber bestritten. Die Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) und Bundesnachrichtendienst (BND) bestätigten am Wochenende, dass ihre Behörden die NSA-Spähsoftware "XKeyscore" verwenden, die laut "Spiegel" neben Verbindungsdaten zumindest teilweise auch Kommunikationsinhalte darstellen kann.

Das BfV teste das Programm, setze es aber "derzeit" nicht für seine Arbeit ein, sagte Präsident Hans-Georg Maaßen der "Bild am Sonntag". BND-Präsident Gerhard Schindler räumte hingegen ein, dass der Auslandsgeheimdienst 2012 in Einzelfällen auch Datensätze deutscher Staatsbürger an die USA übermittelt habe. Aber: "Eine millionenfache monatliche Weitergabe von Daten aus Deutschland an die NSA durch den BND findet nicht statt."

Nach Darstellung des früheren NSA-Chefs Michael Hayden hatten die USA ihre Kooperation mit den Europäern nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 massiv ausgeweitet - und keinen Zweifel an den Zielen gelassen.