| 02:39 Uhr

"NPD wird sich bestärkt fühlen"

Hätte sich ein NPD-Verbot gewünscht: Ute Lindenau.
Hätte sich ein NPD-Verbot gewünscht: Ute Lindenau. FOTO: privat
Die Kleinstadt Lübtheen in Mecklenburg (5000 Einwohner) ist eine Hochburg der NPD. Etliche Führungskader wie Udo Pastörs haben sich dort niedergelassen.

Die RUNDSCHAU sprach mit Bürgermeisterin Ute Lindenau (SPD).

Frau Lindenau, Sie hatten auf ein NPD-Verbot gehofft. Wie ist Ihre erste Empfindung?
Nachdem, was man in den letzten Tagen gehört hatte, war mir schon klar, dass der Antrag scheitern würde. So ist es ja auch gekommen. Deutschland lernt nicht aus seiner Geschichte.

Die Richter sagen, von der NPD gehe keine konkrete Gefahr aus.
Das hat man damals auch geglaubt. Im Moment ist die NPD relativ ruhig, auch bei uns. Aber das war auf diesen Moment gerichtet und sehr bedacht.

Wie verhalten sich die beiden NPDler bei Ihnen im Gemeinderat?
Nicht sehr auffällig. Anfangs haben sie noch Anträge gestellt, die gleichlautend auch im Kreistag und in anderen Städten vorgebracht wurden. Jetzt stellen sie manchmal Nachfragen. Sie können nichts durchsetzen, denn da sind 15 andere, die mit ihnen niemals mitstimmen, das ist auch klar.

Tritt die NPD auf Stadtfesten auf?
Das würde ich nicht zulassen.

Werden Demokraten von der NPD bedroht, Sie zum Beispiel?
Im Moment nicht.

Sind Sie bedroht worden?
Dazu möchte ich nichts sagen.

Sie haben die Initiative "Wir für Lübtheen" mitgegründet. Welche Wirkung hat das entfaltet?
Es haben sehr viele Bürger mitgemacht. Wir haben uns mit anderen Gruppen in anderen Orten zu einem Netzwerk zusammengeschlossen und machen gemeinsam Veranstaltungen.

Wie soll es nach dem zweiten gescheiterten Verbotsantrag nun weitergehen?
Man muss weiter aktiv gegen die NPD auftreten. Ich glaube aber, dass das Urteil für diejenigen, die sich engagiert haben, ein ziemlicher Schlag ist. Ob sie nun alle dabei bleiben und sich nun trotzdem weiter engagieren, das weiß ich nicht. Die NPD jedenfalls wird sich erstmal bestärkt fühlen.

Mit Ute Lindenau

sprach Werner Kolhoff