Apfel schreibt darin: Nitzsche habe mit seinen Äußerungen „den letzten Schritt hin zu authentischen nationalen Positionen gemacht“. Weiter heißt es in dem Schreiben, das die NPD auf ihrer Internetseite veröffentlichte: „Herr Nitzsche, schreiben Sie Geschichte und werden Sie erster Bundestagsabgeordneter der NPD! Um Ihnen diesen Schritt zu erleichtern, habe ich Ihnen einen Aufnahmeantrag zum Eintritt in die NPD beigelegt."

Die jüngsten umstrittenen Äußerungen hatte Nitzsche im Juni im ostsächsischen Bernsdorf gemacht. Ein Staatsanwalt mit CDU-Parteibuch hatte sich deshalb bei der sächsischen Union beschwert. Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer fühlte sich von Nitzsche „als Konservativer beleidigt" und sagte: „Die Sächsische Union distanziert sich von diesen Äußerungen. Mit Stammtischparolen schadet Herr Nitzsche unserer Partei und unserem Anliegen einer sachlichen Patriotismusdebatte.“

Die sächsische Linkspartei forderte CDU-Landesparteichef Georg Milbradt auf, Nitzsche zur Niederlegung des Bundestagsmandats zu bewegen. Nitzsche sei ein „unverbesserlicher Wiederholungstäter“ und vertrete „lupenreine NPD-Positionen“. Die SPD warf ihrem Koalitionspartner CDU vor, Probleme und Diskrepanzen in den eigenen Reihen nicht rechtzeitig zu erkennen. Es dränge sich die Vermutung auf, die CDU-Führung habe die Reaktion bewusst verzögert, um „mit der Patriotismusdebatte in Ruhe am rechten Rand zu fischen“.

Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau warf der Sachsen-CDU eine unerträgliche Ignoranz vor: „Herr Nitzsche hat in einer demokratischen Fraktion des Bundestages nichts verloren.“ Grünen-Bundeschefin Claudia Roth sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag), Nitzsches Bemerkungen seien „plumper, widerlicher Populismus“ und Wasser auf die Mühlen von Rechtsextremisten. „Es wäre ungeheuerlich, wenn sowohl die CDU in Sachsen als auch die Bundes-CDU dies zuließen“.

Der 47-Jährige war bereits mehrfach wegen seiner Äußerungen aufgefallen. Zuletzt war er 2005 mit der bei Rechtsextremen beliebten Parole „Arbeit, Familie, Vaterland“ in den Wahlkampf gezogen. Ebenfalls scharfe Kritik hatte er sich 2003 eingehandelt, als er in einem Vortrag über Zuwanderung vom „letzten Ali aus der letzten Moschee“ sprach und sagte, eher würde einem Muslim „die Hand abfaulen“, als dass er CDU wähle.