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Notrufe von Brandenburgs Stränden

Am Wochenende sind in der Lausitz erneut zwei Menschen beim Baden ertrunken. Gleichzeitig kommen "Hilferufe" von den Rettungsschwimmern. In Brandenburg fehlt der Nachwuchs. Viele Strände sind längst ungesichert. Michèle-Cathrin Zeidler /

Cottbus. Den Rettungsschwimmern vor allem in Brandenburg geht das Personal aus. Dabei setzen immer mehr Regionen im Land auf den Wassertourismus als Wirtschaftsfaktor.

Am Wochenende ist innerhalb von acht Tagen bereits der zweite Mann im Senftenberger See ertrunken. Ein Rentner kam beim Baden in einer Kiesgrube bei Kamenz (Landkreis Bautzen) um.

Gerade mal 1264 aktive ehrenamtliche Retter zählt die Wasserwacht Brandenburg aktuell. 20 Prozent weniger als noch im Jahr 2010. Gleichzeitig sollen immer mehr Badestellen abgesichert werden. "Die Anfragen zur Absicherung von Badestellen und Veranstaltungen nehmen deutlich zu", sagt der Landesleiter der Wasserwacht Brandenburg, Sven Kobelt. Die Absicherung in Freibädern funktioniere noch: "Aber je mehr wir in die Natur gehen, desto schwerer wird es." Es werde immer schwieriger, junge Leute zu finden. Ähnliches Bild bei der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). "Die Personalprobleme sind insbesondere unter der Woche groß, wenn die Freiwilligen in der Ausbildung oder bei der Arbeit sind", sagt der technische Leiter Jens Serbser. "Oft können wir nur die Rufbereitschaft abdecken, aber nicht am Strand präsent sein." Nur die großen Strandbäder seien besetzt. Nicht selten sei es schwierig, 300 Freiwillige für ein Wochenende zusammenzutrommeln.

In Sachsen hingegen kann die Wasserwacht ihre Mitgliederzahl auf einem konstanten Niveau von 5200 halten. "Auch im Nachwuchsbereich bewegen wir uns seit Jahren auf dem gleichen Level", sagt Joachim Weiß von der Wasserwacht in Sachsen. Er kann alle Badestellen absichern, für die er einen Auftrag erhält.