ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Notrufe massenhaft missbraucht

Cottbus/Hoyerswerda. Der Missbrauch von Notrufnummern gehört auch in den Lausitzer Leitstellen von Polizei und Feuerwehr beinahe schon zum Tagesgeschäft. Nach Auskunft des Potsdamer Polizeipräsidiums sind bis zu 20 Prozent der rund 400 000 pro Jahr in der Einsatzleitstelle in Potsdam eingehenden Notrufe keine echten Hilferufe in Notsituationen. Andrea Hilscherund Christian Taubert

Rund 800 Mal hätten nach Angaben des Landeskriminalamt in Sachsen Menschen im vorigen Jahr in Freistaat missbräuchlich den Polizeinotruf 110 gewählt, Feuerwehr oder Rettungsdienste alarmiert.

"Wir werden zu Einsatzstellen gerufen, an denen es weder einen Brand, noch eine andere Notsituation gibt", schildert Gerd Hönig. Der stellvertretende Leiter der Integrierten Regionalleitstelle Oberlausitz der Feuerwehr in Hoyerswerda fügt hinzu, "dass viele Anrufer offenbar glauben, dass wir eine Kosten sparende Auskunft sind".

Falsche Feuermeldungen, Manipulation von Brandmeldern, Lockanrufe bei der Polizei - auch die Leitstelle Lausitz in Cottbus ist davon nicht verschont und bringt solche Fälle zur Anzeige. Das ist ein böses "Spiel": Notrufmissbrauch ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Straftatbestand. Bei einer Verurteilung drohen bis zu einem Jahr Haft. "Wenn wegen solcher Anrufe echte und eventuell lebensbedrohliche Notfälle nicht bearbeitet werden können, kann großer Schaden entstehen", sagt der Cottbuser Polizeisprecher Torsten Wendt.

Der Görlitzer Polizeisprecher Thomas Knaup verweist darauf, dass die Beamten sorgfältig abwägen. Wir wollen schließlich auch, "dass die Bürger uns helfen, wenn wir um ihre Mithilfe bitte." Lokales Seite 11