Zum Auftakt des G20-Gipfels im französischen Cannes halfen Versuche Deutschlands und Frankreichs wenig, Führungsstärke zu demonstrieren. US-Präsident Barack Obama war unzufrieden mit dem Krisenmanagement.

Sinnbild für die derzeitige politische Verfassung Europas ist die Kehrtwende des Griechen Papandreou, der am Montagabend ein Referendum über die internationalen Hilfen angekündigt hatte. Keine 72 Stunden später sagte er es unter dem Druck der Euro-Partner und der eigenen Partei wieder ab. Die Absage sei die Voraussetzung für Gespräche mit der Opposition, eine Übergangsregierung zu bilden, erklärte Papandreou. Er klebe nicht an irgendeinem Stuhl, ließ er am Abend seine künftige politische Rolle offen.

Der um seine Wiederwahl im nächsten Jahr kämpfende Obama kritisierte in Cannes, dass die europäischen Probleme das globale Wachstum gefährdeten. „Unsere wichtigste Aufgabe in den nächsten zwei Tagen ist es, die Finanzkrise in Europa zu lösen.“ Frankreichs Präsident und Gipfel-Gastgeber Nicolas Sarkozy sagte, Europa sei entschlossen, die Brandherde in Griechenland, Portugal, Irland und Italien zu löschen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte nicht nur den Leitzins im Euro-Raum von 1,5 auf 1,25 Prozent. Sie sicherte auch zu, dass die EZB weiter Staatsanleihen der Euro-Schuldenstaaten aufkauft.

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