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| 02:33 Uhr

Notgeburt nach Explosion in Görlitz

Görlitz. Bei einem Feuer in einem Wohnhaus werden zwölf Menschen teils schwer verletzt. Darunter ist auch eine Hochschwangere. Die Ärzte holen das Kind auf die Welt. Als Brandursache vermuten die Ermittler eine Explosion. dpa/bf

Nach Explosion und Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Görlitz mit zwölf teils schwer Verletzten ermittelt die Kriminalpolizei gegen einen Bewohner. Der 42-Jährige steht unter "Verdacht der Herbeiführung einer Brandgefahr", sagte ein Polizeisprecher am Montag. Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem Unglück aus. Der Mann hat seinen Kamin offenbar mit Propangas entzünden wollen, dabei kam es zur Verpuffung. "Es gibt keine Hinweise auf Einwirkung von außen."

Der Brand in der Görlitzer Innenstadt war am Sonntagnachmittag ausgebrochen. Nach aktuellen Angaben wurden dabei zwei Erwachsene - eine hochschwangere 40-Jährige und der Tatverdächtige - sowie sechs Kinder zwischen drei und elf Jahren schwer verletzt. Sie kamen teils per Rettungshubschrauber in Krankenhäuser in Görlitz, Leipzig, Dresden, Halle und Berlin. Drei 28- bis 31-Jährige erlitten leichte Verletzungen.

"Auch das Baby der Schwangeren zählt zu den Schwerverletzten", sagte der Polizeisprecher. Die Ärzte leiteten eine Notgeburt ein. Das Frühchen bleibt vorerst unter Beobachtung. "Inwieweit der Säugling durch die Geschehnisse und Verletzungen der Mutter gesundheitlich beeinträchtigt wurde, wird sich erst in den kommenden Wochen klären lassen", hieß es laut Polizei.

Brandursachenermittler untersuchten gestern das unsanierte Gebäude. Erst nach Abschluss ihrer Arbeit könne genau gesagt werden, wie es zu dem Unglück kam. Auch die Höhe des Sachschadens war noch unklar. Das beschädigte Gebäude sei unbewohnbar, sagte der Polizeisprecher - Einsturzgefahr.