Die gestern in Köln veröffentlichte Studie vergleicht die Bildungssysteme der 16 Bundesländer anhand von mehr als 100 Kriterien. Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) hat angesichts dieses ungenügenden Ergebnisses mehr Engagement von der Wirtschaft bei der Berufsausbildung gefordert. „Wir müssen das Zusammenspiel zwischen Ausbildungsbetrieben und Oberstufenzentren verbessern“, teilte Rupprecht gestern mit. Der Landesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft Berlin-Brandenburg, Dieter Kapell, forderte eine „tiefgreifende bildungspolitische Reform“.

Bestnoten bekommt Brandenburg laut der Studie beim Thema Bildungschancen. Diese seien für alle Kinder relativ gleich unabhängig von der Herkunft. Schwächen gibt es unter anderem im Bereich der beruflichen Bildung und der Ausbildung des akademischen Nachwuchses. Die Zahl der Hochschulabsolventen lag 2006 den Angaben zufolge mit 1,1 Prozent an der Bevölkerung in Brandenburg zwischen 25 und 40 Jahren sehr niedrig. Mit nur 75,6 Prozent schlossen die wenigsten Jugendlichen ihre Berufsausbildung erfolgreich ab.

Sachsen erreichte in nahezu allen untersuchten Gebieten sehr gute oder gute Ergebnisse, hieß es. Herausragend sei die Ausbildungsquote in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Aber auch bei den Betreuungsrelationen und der Schulqualität liege das Land in der Spitzengruppe. „Sachsen ist und bleibt die Ingenieurschmiede Deutschlands“, lautete das Fazit der Autoren. Kultusminister Roland Wöller (CDU) sagte, der erste Platz sei „kein Ruhekissen, sondern eine große Verpflichtung“.

Während die sächsische Landes regierung die positiven Aspekte herausstellte, machten Oppositionsvertreter auf Defizite aufmerksam. Nach Ansicht der Linken taugt ein „einseitiger Bildungsmonitor“ nicht als „Persilschein für eine rückständige sächsische Schulpolitik“. Die FDP forderte Reformen.

Beim Bildungsmonitor 2008 liegt Sachsen das dritte Mal in Folge ganz vorn. Bei der aktuellen Ausgabe folgen nach dem Freistaat Baden-Württemberg, Thüringen und Bayern. Schlusslichter sind Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern.

Die am Dienstag in Köln publizierte Studie vergleicht die Bildungssysteme der 16 Bundesländer anhand von reichlich 100 Kriterien. Die dafür verwendeten Daten stammen aus dem Jahr 2006. Auftraggeber der Studie ist die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.