Die nordkoreanische Volksarmee drohte am Montag mit Krieg, sollten seine Gegner versuchen, einen "Satelliten" abzuschießen, den Nordkorea ins All befördern wolle. Ein Abschuss würde mit Vergeltungsschlägen gegen militärische Stützpunkte der USA, Japans und Südkoreas beantwortet, hieß es in einer von den amtlichen Medien veröffentlichten Erklärung des Generalstabs. Die drei Länder befürchten, das kommunistische Land könnte eine militärische Langstreckenrakete unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts testen. Sie hatten Nordkorea mehrfach vor einem solchen Raketenstart gewarnt.In Südkorea begann unbeachtet von Protesten und den jüngsten Drohgebärden Nordkoreas das gemeinsame Großmanöver, an dem 26 000 US-Soldaten teilnehmen. Die Übung dauert bis zum 20. März. Auch der Flugzeugträger USS John C. Stennis beteiligt sich. Die Volksarmee unterstellte den USA und Südkorea wie in der Vergangenheit, mit dem Manöver einen Angriff vorzubereiten. Die Übung sei diesmal jedoch "beispiellos in der Zahl der beteiligten Aggressortruppen und Dauer". Der Befehl zur vollen Kampfbereitschaft sei eine "Maßnahme zur Selbstverteidigung". Der US-Befehlshaber des gemeinsamen Truppenkommandos in Südkorea, Walter Sharp, bekräftigte, das jährliche Manöver diene ausschließlich der Verteidigung. Nordkoreas Kritik am Manöver fiel jedoch angesichts wachsender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und des Drucks auf die Führung in Pjöngjang, ihre Pläne eines Raketenstarts fallen zulassen, deutlich schärfer aus. Für die zwölftägige Dauer des Manövers will Nordkorea den "heißen Draht" zu Südkoreas Militär unterbrechen. Die Leitung soll vor allem bei Bedarf die Kommunikation zur Lösung akuter Konflikte sicherstellen. Neben der südkoreanischen Regierung kritisierte auch der Sonderbeauftragte für die Nordkorea-Politik der USA, Stephen Bosworth, während eines Besuchs in Seoul die Maßnahme Nordkoreas. Die Verbesserung der Kommunikation zwischen beiden koreanischen Staaten sei "ein Kernelement" der internationalen Verhandlungen über den Abbau von Spannungen und die Schaffung einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel. Bei den Gesprächen ging es auch um die Fortsetzung der festgefahrenen Gespräche über ein Ende von Nordkoreas Atomwaffenprogramm. Aufgrund der Unterbrechung der Fernsprechleitung, die auch für die Einreiseerlaubnis nach Nordkorea benutzt wird, konnten am Montag 80 Südkoreaner den innerkoreanischen Industriepark in der Grenzstadt Kaesong nicht verlassen. Etwa 700 Südkoreaner mussten ihre Einreise nach Kaesong verschieben. dpa/roe